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Valfagross  (Triesenberg)



Historische Belege
1397* valffagross (LUB I/3; S. 192): "abe dem gt genant Museschen, daz ... gelegen ist, an dem Trysnerberg, stoßet vndan vnd ainhalb an den stain anderhalb an das Tobel genant ~. hin vff an ... gt ..."

Wertung der historischen Belege
Der Name bezeichnete gemäss dem frühen Beleg ein Tobel. Die Anlautsilbe, geschrieben Val-, kann gesprochenes /val-/ oder auch /®al-/ wiedergeben.

Deutung
Wohl zu rtr. aual ( d')val grossa 'Grosstobelbach'. Sachlich ist der Ansatz sicher gerechtfertigt; der Beleg macht ja klar, dass es sich um ein Tobel handelt. Die lautliche Entwicklung wäre möglich; dem Verlust des -l- in (vortonigem) /val ( grossa)/ begegnen wir auch anderwärts, vgl. etwa Efiplanka Schaan. Der Abfall des auslautenden -a bei rätoromanischen Namen (hier beim Adj. *grossa) gehört in unserem Raum zu den häufigen Erscheinungen (vgl. Camenisch 1962, 148). Auffällig ist zunächst eine Verbindung von rtr. val mit dem (rtr.!) Adjektiv gross, welches in seiner Bedeutung 'dick' hier eigentlich nicht passt. Es scheint nun aber, dass in romanischen Namen ursprüngliches grond (< lat. GRANDIS) gelegentlich durch gr̞oss (< lat. GROSSUS) ersetzt wurde (wobei dies offenbar unter Einfluss von dt. gross geschah). Deshalb kann hier allenfalls von primärem val gronda 'grosses Tobel' mit späterem Wechsel zu val grossa ausgegangen werden. Ähnlich ist in dieser Hinsicht †Pradagros Buchs (Vincenz 1983, 95f.) zu beurteilen.

aual
val
gross