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Füliwand  (Triesenberg)
1973 m; 766,50 - 217,15 13-U

f̋¥l—ẁand (p- / ts¥r ~ / b”r ~ / f½r ~)
Felswand auf der Alp Sareis, südlich des Gebiets Schupfa, östlich des Hirtachopfi, an der Landesgrenze zu Österreich.

Bisherige Nennung
Ospelt 1911, 123: Fohlenwand [t füliwand].

Deutung
a) Zu mda. Füli n. 'Fohlen'; Benennungsmotiv ist möglicherweise der Absturz von Fohlen über diese Felswand.
b) Zu Folle f. 'trichterförmige Vertiefung, Mulde'. Der Umstand, dass Folle stets mit Grundwörtern wie Graben, Tole und Wand Namenkomposita bildet, ist auffällig. Es ist davon auszugehen, dass diese Fluren trichter- bzw. muldenförmig sind oder sich in der Umgebung solcher Geländeformen befinden. Gerade die Toponyme Graben m. und Tole f. weisen in diese Richtung. Die toponymische Bedeutung des Wortes ist sekundär; Folle bezeichnet eigentlich den 'Seihtrichter, Milchtrichter (ein trichterartiges hölzernes Gefäss, durch das die frisch gemolkene Milch geseiht wird, wozu die untere Öffnung mit grünen Tannreisern und dergleichen verstopft wird)'.
c) Daneben ist noch als theoretisch möglich zu erwägen, dass die Folle-Namen Klammerformen sein könnten, die auf das Vorkommen der Gewächse zum Verstopfen des Milchtrichters hinwiesen. So heisst der 'Huflattich' bei uns Fölifüess; Follekrut, Follechris, Folleschaub und Folleschübel sind Bezeichnungen des 'sprossenden Bärlapp', welcher statt Tannreisern in die Öffnung des Seihtrichters geschoben wird. Diese Pflanzen könnten anstelle der Geländegestalt namengebend gewirkt haben.

Füli
Folle
Wand