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Mazora1  (Triesen)
600 m; 758,8 - 220,2 5-R

m½ts̓œr½ (̌p- / ¥f̌p- / ¥f ~, —r ~ / fœr ~)
Wald und Häuser östlich ob Matschels.

Historische Belege
1661 Mazaren (GAT U 34; Z 10): "Ein Stúckh Neben ~ undt oben daran ahn die Lang Egerthen genandt ..."
1666* Mazoren (PfAT Urb 1; S. 43, Z 11): "... Fridlý Sprenger ab ~ ..."
1706 Mazoren (GAT U 43; Z 19): "... aúfwert dem Landt nach an ~ ..."
1719 Matsohren (AS 2/4; fol. 33v, Z 11): "... zweý stückhle aúff ~"
1723 Mazora (AS 2/5; fol. 35v, Z 15): "... 2 Stúck Mägere aúf ~ ..."
1726 Mazora (AS 2/3; fol. 33r, Z 9): "Flori Tresel únd dessen Sohn ... 2 Stückl aúf Bartschils oder ~ ..."
1777 Mazoren (GAT Buch 24; S. 1a, Z 20): "... 1 stúkh aúff ~ ob der Brúg ..."
1784 Matzora (PfATb Urb 1784; fol. 186r, Z 9): "... Stúck Gút aúf ~ genannt, stoßt Bergwerts an die Langegert ..."
1794 Marzoren (AS 2/18; fol. II 7v, 4. Sp. Z 27): "... 1 Stuck Heúwachs im ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Sie geben die heutige Lautform wieder.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 75: Mazora [uf mats̓œra].
Nipp 1911, 50: Mazora [uf m¼ts̓œr½]. MANSUS oder MONS DE SUPRA. MONS scheint die Bedeutung 'Berggut' zu haben.
Seli 1912, 105: Mazora.
Büchel 1980, 17: Mazura. 'Obere Matte, Oberhof'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipp ist (mit MONS) auf dem richtigen Weg.

Deutung
Artr. munt ( d') soura 'oberer Berg', gleich wie Amasora Sevelen. Die Lage des Gebiets nördlich neben dem Oberdorf über Matschels und Halda lässt die Deutung plausibel erscheinen. Die lautliche Entwicklung des Syntagmas ist weitgehend transparent: der Vortonvokal /-́u-/ ist abgeschwächt zu /½/, der inlautende Nasal der Vortonsilbe ist geschwunden. Der heutige Tonvokal /-̓o-/ geht zurück auf die Diphthongierungsstufe /-̀o®-/, die bei vlat. œ für den Raum von Mittelbünden bis weit nach Unterrätien hinunter charakteristisch ist. Dieses /-̀o®-/ von -soura ist im Alemannischen der Talmundart monophthongiert worden (hier also > /-s̠œr½/) - analog etwa zu mhd. koufen > /̅k̓œf¼/ (wozu Gabriel 1981b, 210f.). Besonders auffällig sind hier entsprechende Sarganserländer Fälle des Typs Masaura Wangs, Gasaura Vilters, Masauer Flums, die dieses artr. /-̀o®-/ nicht nur erhalten, sondern im Kontext der sarganserländisch-alemannischen Mundartentwicklung sogar zu /-̀a®-/ weitergeführt haben (vgl. Camenisch 1962, 129ff.). Auch in Mansaura Tschagguns haben wir die diphthongische Stufe; bei Masura Bürserberg ist sie nur historisch (urk. 1528 Mansaura) noch greifbar.

munt
soura