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Bellaweg  (Triesen)
513 m; 758,600 - 217,730 5-U

b̀‰̡l½w̄‰g, jünger auch b̀“̡l½w̄‰g (d¼r ~ / tsœm ~ / b—m ~ / fœm ~)
Waldweg auf der Säga, von der Ziegelhötta durch das Wäldli über die Badtobelröfi in den Alta Lawenaweg mündend. Nach Büchel 1988, 46 in den Jahren 1799 - 1800 gebaut (siehe auch Büchel 1988, 873).

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 20: Bellaweg [b̀‰̡law̠‰g].
Nipp 1911, 19: Bella( weg) [dr b‰̡l½w̓‰g]. Evtl. zum Appellativ [b‰lla] 'Spreu' (PELLIS).
Seli 1912, 79f., 107: Bellen-Weg. Eigentlich 'Böllerweg', nach den Einschlägen von Böllern der Franzosen gegen die Österreicher im Franzosenkrieg.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipps Verbindung mit dem Reliktwort Bella 'Spreu' (< rtr. paglia f. 'Stroh', vgl. Mätzler 1968, 35) wäre zwar sachlich (Getreideverarbeitung) mit der unten vorgeschlagenen Deutung verbindbar; er wirkt indessen als Namenbildung nicht glaubwürdig. Ein Zusammenhang mit Böller muss hypothetisch bleiben.

Deutung
Zusammensetzung mit dt. Weg m. Das Erstglied Bella- gehört evtl. zu rtr. pella f. (S) 'Gerstenstampfe' und hätte hier eine abgegangene Flur *Bella bezeichnet. Damit entspräche es dem Namen Pilla Wartau (Haus, über Azmoos gelegen). Allerdings wäre in Triesen der Tonvokal (heute //) nicht etwa direkt von der surselvischen Senkungsstufe // herzuleiten (denn diese konnte in Unterrätien noch nicht wirksam werden), sondern er entspräche der hiesigen mundartlichen Entwicklung (Senkung /i/ > //; vgl. Gabriel 1981b, 194). In einer späteren isolierten Entwicklung wäre dann noch die (unorganische) Öffnung des Vokals zu heutigem // erfolgt. Sachlich erscheint die Verbindung dieses Weges mit einem auf Wasserkraft angewiesenen Gewerbebetrieb (nämlich eine Stampfmühle) sehr plausibel, denn er führt vom Dorf südwärts zu den zwischen Badtobel und Lawenaröfi befindlichen Mühle- und Sägebetrieben.

pella
Weg