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Fuera  (Ruggell)
434 m; 758,40 - 234,40 5-D

f̀¬¼r½ (p- / —p- / —r ~ / ¥sd¼r ~)
Wiesen und Häuser im Dorf, zwischen Schellenbergstrasse und Nofler Strasse, östlich am Schmettakanal.

Historische Belege
933 forella (LUB I/2; S. 65): "in alia nostra terra in roncale & falsicia de illum cortinum aut de illam pomifera in alio nostro cortino qui nomen a ~ ..."
1765 F̀uehren (RA 44/I/10; fol. 1r, 1. Sp. Z 22): "... akher in ober Rosen die ~ genanth."

Wertung der historischen Belege
Der Erstbeleg wird vom Bearbeiter des LUB I/2, Franz Perret, (ibid. S. 68, Anm. 9) zu "Furen, i der Fura, Gde. Ruggell" gestellt (ebenso, für dieselbe in Buchs ausgestellte Verkaufsurkunde, in UBSG 1, 71). Diese Zuweisung, die mit dem Erscheinen einer Örtlichkeit roncale ins Blickfeld geriet, sollte nun offensichtlich den Bezug des Dokuments auf Ruggell begründen; sie kann freilich durchaus nicht als hieb- und stichfest gelten. Zum ersten besteht ein Erklärungsbedarf hinsichtlich der von Fuera doch beträchtlich abweichenden Belegform forella, zum andern kann das in der Urkunde genannte roncale zwanglos auch auf Runggels Buchs bezogen werden. Dazu kommt, dass der Name Fuera sich plausibel auch als deutsch erklären lässt, womit nicht nur die sprachliche Identität mit forella dahinfiele, sondern auch jede Beweiskraft für die Lokalisierung nach Ruggell. Siehe auch Vincenz 1983, 50 (im folgenden Abschnitt).

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 40: Furen [i d¼r f̀u¼ra].
Vincenz 1983, 50 führt den Beleg †Forella als möglichen Buchser Namen ("nicht sicher in Buchs zu lokalisieren"). Er hält für denkbar, dass †Roncale zu Runggels Buchs gehört und somit auch †Forella nicht mit Furen Ruggell zu identifizieren wäre. Forella stellt er zu lat. FORARE 'bohren', rtr. forar (E), furar (S) 'bohren'; dazu das Deverbale *FORA 'Loch, Öffnung, Grube, Graben'. Furen < Forella sei aber "lautlich nicht unproblematisch".

Besprechung der bisherigen Deutung
Zur Frage der Lokalisierung siehe oben (Wertung der Belege). Die Zweifel hinsichtlich der Identität unseres Fuera mit †Forella scheinen begründet; mit Sicherheit kein Zusammenhang bestünde natürlich, wenn Fuera deutsch wäre. Andernfalls könnte über rtr. foura f. (E, teils C) 'Loch, Öffnung' (DRG 6, 512ff.) und das alte Diminutiv furela (C), furiala (S), f. 'Zaunöffnung, Lücke, Loch' (DRG 6, 765f.) eine Beziehung hergestellt werden.

Deutung
a) Der Name kann deutsch sein: mda. Fuera f. 'Einschnitt im Erdboden, Ackerfurche'. Dann entfällt aber jeder Zusammenhang mit dem oben angeführten Erstbeleg 933 forella und dessen sprachlicher Herkunft. Dies ist die wahrscheinlichere Lösung.
b) Wäre der Name romanisch, dann dürfte er zu einem artr. fora f. 'Loch' zu stellen sein. Als dieser Deutung günstig könnte allenfalls die örtliche Nähe von Fuera zu den Gebieten Obrosa und Tüfagraba mit ihren sinnverwandten Namen (Ros f. 'Hanfgrube'; Graben!) ausgelegt werden. So liesse sich auch die Belegform 933 forella (als Diminutivbildung) in die Herleitung integrieren. Doch bleibt diese, wie oben gezeigt, hier insgesamt fraglich.

Furre
fora