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Flandera  (Ruggell)
433 m; 758,00 - 234,75 4/5-D

fl̀and¼r½ (p- / —p-, ufp- / —r ~, ufd¼r ~ / ¥sd¼r ~)
Wiesen, Äcker und einige Häuser am Nordrand des Dorfes, durch Mölibach und Kanal begrenzt.

Historische Belege
1641 Flanderen (RA 30/4/2; fol. 1r, Z 27): "... die Ganze aúw (Widtaw) dem Landt nach aúff wertt an die ~ vnd Zúz aw ..."
1650 Flanderen (GAR U 2; Z 4): Die Widau stösst "Aúffwerts an die ~ ..."
1679 Flanderen (GAR U 18; Z 7): "... der aúsgemarkcheten Güeter ~ ..."
1719 Flandra (AS 2/4; fol. 18r, Z 20): "... feiste in der ~ der Abschlag genandt."
1725 Flandern (AS 2/5; fol. 93v, Z 26): "... äckerle in der ~ ..."
1736 Flandern (AS 2/22; fol. I 11v, 4. Sp. Z 5): "1 Acker in der ~ ... Bergwärts [an den] Wassergraben."
1738 Flanderen (RA 44/I/15; fol. 1v, Z 14): "... faißt heügúth in der ~ ohne die Zúza."
1771 Flanter (AS 2/9; fol. 93v, Z 12): "... He gúth in der ~ gelegen ..."
1809 Flandern (AS 2/23; fol. II 69v, 4. Sp. Z 10-11): "Acker in der oberen ~."

Bisherige Nennung
Ospelt 1911, 38: Flandern [fland¼ra].

Deutung
a) Zu mda. Fländerle n. 'Lavendel', welches in Rheintal und Appenzell als Fander( li) und (sek.) Flander( li) lebt. Eine Ableitung etwa von Flander 'Lavendel' mit dem Kollektivsuffix -era bedeutet 'Ort, wo viel Lavendel wächst'; dabei wäre von einer haplologischen Kürzung *Flander-era > Flandera auszugehen.
b) Eine Zuordnung zum Ländernamen Flandern (mda. Flandera) erscheint möglich angesichts des Umstandes, dass die Hohenemser in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts für Spanien gegen die Niederlande in den Krieg zogen; der Ländername Flandern war hier sicher bekannt. Vgl. mit ähnlichem Hintergrund auch den Quartiernamen Im Holand Grabs.

Flander
Flandern