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Flux  (Eschen)
460 m; 757,8 - 230,4 4-H

fl¥ks (~ / ¬f ~ / ¬f ~ / ~)
Wohngebiet südlich beim Dorf Eschen, auf leicht geschwungenem, südwärts in die Rheinebene vorgeschobenem flachem Hügelrücken. Umfassender Name für Under Flux, Ober Flux und Fluxböchel.

Historische Belege
1363* lugs (LUB I/3; S. 294): "Item der Told von Eschan von ainem ackher auff ~ ..."
1363* Lugs (LUB I/3; S. 294): "Item die ackher hinder ~ geltend ..."
1363* lux (LUB I/3; S. 314): "von ainem akher uff ~"
1363* lux (LUB I/3; S. 314): "Item Die acker hinder ~"
2. H. 15. Jh. Lux (LUB I/2; S. 321): "ab der bntt vff ~ gelegen, stosstt ainhalb an die allmain, z der vndren sitten an den Brittzen, z der dritten an der Rûttneren gtt."
1. H. 16. Jh. Lux (LUB I/2; S. 336): "ackerlj vff ~, ztost zu der ainen sytten an Hanssen Orj, zu der anderen sytten an Lienhart wysen, vnderthalb an die Glarner."
2. H. 16. Jh. Luix (LUB I/2; S. 351): "agkher genant der Pesch agkher auf ~ gelegen"
1620 Lux (Pfäf 21/8; fol. 3v, Z 4): "... darvon dem Meßmer 2 d. gehörend ab einem äckerlein uff ~ ..."
1649 flux (Pfäf 22/8; fol. 1v, Z 19): "... ain stuckh auff ~ stosst zue der ersten seiten gegen den Rein an ... zue der anderen seiten gegen schan an ainer gnedigen Herschafft und zue zwaýenn seiten [(gestr.) gegen schan] an die Algemain."
1652 L̀ux (RA 144-1652; fol. 1v, Z 12): "... ain akher zúm Böschen aúf ~ gelegen ..."
1659 Fl̀uxs (PfAE RB 1637; fol. 35r, Z 5): "... ein stúkli gút in ~ gelegen stost ... gegen berg an die allmein ..."
1659 Fl̀ux (GAE II/185; fol. 1r, Z 10): "... die von Eschen, mit Ihrer Haab ... über Ihre Prúckhen dúrch ~ únd Falß ... fahren sollen ..."
1661 Flux (U 71; Z 6f.): "... alss Erstlichen Ein stuckh auff ~ gelegen ..."
1684 Fluchs (PfABe Urb 1684; S. 39, Z 12): "... ein Stukh gueth, vff ~ beý seinem [Vlrich Sibenthaler von Eschen] hauß gelegen ..."
1693 Fl̀ux (AS 2/1; fol. 131v, Z 11): "... Haús vnd Hoff sambt der bint vnd kraútgarten aúf ~ gelegen ..."
1698* l̀ux (LUB I/4; S. 498): "Fünff tagman ackher aúf ~"
~1707 Lügß (Pfäf 14; fol. 4r, Z 15): "Füchß und Hasen Jagen. (Herrschaft Schellenberg) 13(.) Auff ~"
1720 Fl˚x (AS 2/4; fol. 104r, Z 8): "Einen ackher in der ~ per 100 Gulden."
1732 Fl̀ux (AS 2/6; fol. 105v, Z 15): "... die Maria vnd Elisabeth haben den ~ ackher ..."
1734 Fl̀ux (RA 47-3; fol. 5r, Z 4): "... ackher beý dem ~ Weingartt ..."
~1743* Flux (RA 56; fol. 2a): "mer ain ackher beý dem ~ gather ..."
1756 Flux (RA 72; fol. 1a): "... gut auff ~ genandt ..."
1771 Flox (AS 2/22; fol. I 36v, 4. Sp. Z 2): "1 Heúgút aúf ~ ... Rheinwärts [an die] Schreibersbündt ..."
1789 Fl̀uchs (AS 2/22; fol. II 11v, 4. Sp. Z 2): "1 Acker aúf ~"
1799 Fl̀ux (RA 7/4/13; fol. 2r, Z 4): "... der ~ Hof ..."

Wertung der historischen Belege
Offenbar geht der heutigen Form älteres /luks/ bzw. /lugs/ voraus; erst 1649 erscheint erstmals auff flux. Die Annahme liegt hier nahe, dass das anlautende /f-/ der jüngeren Formen bloss sekundär entstanden, nämlich von der Präposition uf her agglutiniert worden ist. Grundsätzlich wäre auch das Umgekehrte (Deglutination von stammhaftem /f-/ von ursprünglichem */fluks/) denkbar; allein, die alten Belege sprechen hier dagegen. Für die Deutung ist also wohl von /luks/ auszugehen.

Bisherige Nennung
Ospelt 1911, 38: Flux, Lux [i fluks].

Deutung
Vielleicht (falls nicht vorrömisch) zu einem artr. *lüg m. 'Hain, lichter Wald' (im Rätoromanischen heute als Appellativ fehlend). Die alträtoromanische Lautstufe */lüg/ wäre in Unterrätien normal zu */lug/ regrediert. Das auslautende /-s/ der Namenform /lugs/ erklärt sich als analogisches sogenanntes «Ortsnamen-s». Man vergleiche (Dorfname im Münstertal: urkundlich 1344 Lugo, 1466 Lüeg); hieher gehören ferner wohl auch die Komposita (mit rtr. munt m. 'Berg') Muntlis Samnaun, Muntclü Scuol (urk. 14. Jh. Montelugo, Muntlüg). Sachlich wird dem Ansatz nichts im Weg stehen; die Örtlichkeit, eine leichte Erhebung über der - wohl zeitweiser Überführung preisgegebenen - Rheinebene scheint als Standort eines in der Umgebung schon früh auffallenden Wäldchens nicht ungeeignet.

lüg