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Falls  (Eschen)
4-H

Unbekannt. Im Dorf Eschen, im Gebiet Bretscha1. Offenbar riediges Gelände.

Historische Belege
1. H. 15. Jh. Fals (LUB I/2; S. 355): "ab dem aker ze ~ vnder der kirchen, stosset vndaz an der Brendlin Britschen, forna z an die straus, obna z an Spleder gt."
1. H. 15. Jh. Wals (LUB I/2; S. 372): "ab dem Britschli ze ~ ewegs gelcz, stset an des Nefen Britschen vnd an die straus."
1. H. 15. Jh. Wals (LUB I/2; S. 372): "ab ainem aker gelegen ze ~; stosset an des Stangers aker"
Mitte 15. Jh. Falsß (LUB I/2; S. 354): "bntt, die da haistt des Werlis bntt, die da litt an ~, stost vornan an die strsß, nebenz an Hansen Fetzersß bntten vnd abwertt an ... gtt."
1659 Falß (GAE II/185; fol. 1r, Z 11): "... die von Eschen, mit Ihrer Haab ... über Ihre Prúckhen dúrch Flúx únd ~ ... fahren sollen"
1698* Valls (LUB I/4; S. 533): "Ain Pritschen im ~ in Eschner Pritschen gelegen"

Wertung der historischen Belege
Die Belege beschreiben den Raum um †Falls als (offenkundig flaches) Bünten-, Ried- und Ackerland. Der Kontext von 1659 sagt, dass durch den Raum Flux und †Falls Prügelwege für das Eschner Weidevieh führten. Die Lokalisierung im Gebiet Bretscha-Flux-Riet (also südlich des Dorfes) scheint damit zuverlässig.

Deutung
Mit der Lokalisierung der Örtlichkeit in der Ebene fällt eine sprachlich plausible Anknüpfungsmöglichkeit an rtr. val f. 'Tal' aus sachlichen Gründen sicher dahin. (Damit scheint auch ein Zusammenhang mit den Namen Fallsbünt Eschen und Fallsgass Eschen/Mauren nicht zu bestehen: Deren Geltungsbereich fällt eher in den Einschnitt zwischen den beiden Hügeln Jodaböchel und Güedega/Leimgruebböchel, womit dort andere Deutungsvoraussetzungen bestehen.) - Für †Falls aber steht die Verbindung mit rtr. aual m. '(grösserer) Bach' im Vordergrund: Sachlich ist für besagtes wasserreiches Gebiet die Annahme unbedenklich. Auch sprachlich ist sie problemlos: Mit dem Sprachwechsel wurde artr. /a®̀al/ zu */av̀al/ > */af̀al/, daraus ergab sich /fal/ durch Abfall des Vortonvokals. Das auslautende -s geht auf die alträtoromanische Zweikasusflexion zurück (altes Nominativ-s).

aual