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Bischon  (Eschen)
4/5-F

Unbekannt. Auf dem Eschnerberg1, an der Langgass.

Historische Belege
1. H. 15. Jh. Bischon (LUB I/2; S. 358): "gt genatt ~ ... stosset an die langen Gassen, die gen Schellenberg gaut, obna an der grawen gtt, anderthalb an der Ribin gtt."
1620 bischon (Pfäf 21/8; fol. 4v, Z 15): "... Pleb(ano) 18 d. ab ~ ..."

Bisherige Deutungen
Nipp 1924, 103: †Bischon. Nur urkundlich belegt, ist romanisch.

Wertung der bisherigen Deutungen
Ospelt notiert noch nasale Färbung des a; diese ist seither weitgehend aufgegeben worden.

Deutung
Bischon geht auf die romanische Kurzform für Sebastian zurück: hier also elliptische Form für älteres */des Bischonen Gut/. Im Rätoromanischen wird der Eigenname zu Bistgaun (S), Bistiang (C), Bastiaun (E), also durchwegs mit Abfall der unbetonten Anlautsilbe /Se-/. Für Lüen bringt RN 3, 405f. eine ähnliche Form (1623) Baschaun; für Castiel (1686) Baschian. Ob das -sch- unserer Form Bischon als /̜s/ oder (beim Sprachwechsel noch) als /̜s̛c/ (vgl. surselv. /bi̜s̛c̀‰®n/) gesprochen wurde, bleibt offen. Der heilige Sebastian war im Mittelalter populär als grosser Pestheiliger.

Sebastian