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Nesslatola, ober -  (Balzers)
720 m; 757,25 - 212,60 4-Z

œb¼r ń“¹sl¼t̀œl½ (dš ~ ~ / šdš ~ ~ / šd¼r -½ ~ / ¥sd¼r -½ ~)
Verwachsene Halde im Stockwald, ob dem Falzigeraweg. GR.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 79: Obere Nesseldohle [di œb¼r n“¹sl¼rtœla].
Broggi 1978, 238: Nesseldohle. Nessel 'Brennessel (Urtica dioeca)'. Das Vorkommen der Pflanze deutet auf stickstoffreichen Boden, also vorwiegend Muldenlagen, hin.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Ospelt und Nipp nennen Belegformen, die von uns nicht exzerpiert worden sind. Ein Zusammenhang mit rtr. muot( ta) 'Hügel, Anhöhe' (RN 2, 213) ist, wie Nipp 1911, 29 erkennt, formal schwierig; es wäre denn, das auslautende /-a/ wäre erst nach der Verdeutschung analogisch zu einem ursprünglichen Plural */muots/ hinzugetreten. Eine solche Ablenkung wäre dann von den zahlreichen Namen ausgegangen, die im Alträtoromanischen auf -a auslauteten und mit der Verdeutschung diesen Auslautvokal teilweise fallenliessen (vgl. etwa Reggella Wartau gegenüber Iraggell Vaduz oder Ruggell, oder Prada Wartau gegenüber Prad Balzers; cf. Stricker 1981b, 346f.; Camenisch 1962, 111). In vorliegendem Fall müsste eine hyperkorrekte Anwendung des Prinzips in die entgegengesetzte Richtung angenommen werden, was freilich nicht sehr wahrscheinlich ist.

Deutung
'Obere, weiter oben gelegene, mit Brennesseln bewachsene Mulde'. Die Brennessel wächst gerne in Muldenlagen.

ober(er)
Nessel
Tole