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Gapfahl  (Balzers)
1620 - 2226 m; 762,0 - 216,5 8/9-V

g½pf̓¡l (~ / ¥f ~ / ¥f ~ / fœ ~)
Alp der Mälsner Alpgenossenschaft westlich ob Valüna bzw. Waldboda (Triesen).

Historische Belege
1378 Gampfal (LUB I/4; S. 89): "Vallúl, gelegen hinder dem Trisnerberg zúischent ~ Vnd Gralitsch"
1440 (1571) Gampfol (GAB 016-2; fol. 58a, 1. Br.): "... deren Von Balzers Alp ~ ..."
1493 Gampfal (GAT U 22; Z 10): "... zwüschent ~ vnd Gralitsch ..."
~1510 gumpf̜al (LUB I/4; S. 273): "Balczner alp ist genannt ~"
~1510 gampf̜al (LUB I/4; S. 315): "Jtem âb ~"
1571 Gamppfal (GAT U 8; Z 11): "... deren von Balzers Alpp ~ ..."
1600 Galpfal (GAB 016-2; fol. 69b, 6. Br.): "... Als die Alprecht Theil nd Gemein haben in der Alp ~ ..."
1636 Gampfahl (GAT U 12; Z 4): "... Alpgenossen af ~ ..."
1636 Gampfall (GAT U 39; Z 4): "... Alppen ~ "
1636 Gampfahl (GAB 016-2; fol. 77a, 12. Br.)
1647 Kopfal (fol. 1r, Z 8 GAT 9-5-172; fol. 77a, 12. Br.): "... In Fallina under dem ~ so under der Baltzner Alpp Ligt ..."
1659 gappl (GAB 016-2; fol. 73a, 8. Br.): "Item ein Markhstein steht gegen der Balzner heuten ~ werts auf den Tobel ..."
1762 Gapfall (GAT 9-4-116; fol. 3v, Z 4-5): "Welchergestallten von der Gemeind Trisen, Nachdem Wohl Belobtes oberambt ... die ehevor der Gemeind Balzers Bestandts weis überlassene Benúzúng der alp ~ selbsten zu benúzen erfúnden ..."
1770 Gampfel (GAT 13-5; fol. 1v, Z 5): "... de anno 1751 bestättigten Besitz aúf der Alp-~ únd Lavina ..."
1776 Gapfal (GAS 44/152; fol. 1r, Z 14): "... Enzwüschen denen gnoß Gritsch vnd gnoß ~"

Wertung der historischen Belege
Der heutigen Form geht ein älteres /g½mpf̓al/ bzw. /k½mpf̓al/ voraus, wobei eine Verdumpfung des (mutmasslich primären) Tonvokals /̠a/ zu /̓¡/ schon im Beleg von 1440 sichtbar wird.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 123: Gapfahl [uf, i gapf̓¡l].
Nipp 1911, 42: Gapfahl [i, uf g¡pf̓¡l] seltener [g¼pf̓¡l]. Laut urk. Formen CAMPUS + VALLIS im Obliquus 'Talwiese, Talfeld'. Unbetontes /a/ > /¡/ vor Labial.
Nipp 1924, 105: Gapfahl.
Tiefenthaler 1968, 128: Gapfahl. Wohl zu lat. CANNABIS 'Hanf' + -ALE, *CANNABALIS, rtr. canv̀al 'Hanfacker'.
Broggi 1978, 240: Gapfahl. Aufgrund der Höhe (1700 m ü.M.) ist eine Verbindung mit Hanfkultur fraglich.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Rtr. canval 'Hanf' (zu CANNABIS) ist ganz unwahrscheinlich. Zwar wäre der Ansatz lautlich annehmbar, jedoch sachlich ist er angesichts der Lage des Ortes nicht wahrscheinlich zu machen: wie und wozu dort oben Hanfanbau? Die Siedlungs- und Kulturverhältnisse sprechen ganz dagegen (vgl. Broggi 1978, 240).

Deutung
a) Recht wahrscheinlich ist ein Ansatz artr. camp ( a) ual 'Bachboden'. Sachlich ist dabei auf das flachere Gebiet Säss im Gapfahler Obersäss zu verweisen: es wird vom Bach durchquert, der hernach durch das Schwarztobel nach Valüna abfliesst. Lautlich wäre hier die folgende Entwicklung plausibel: */kamp ( a) ®̀al/ > */kampẁal/ > */kampv̀al/ > /ka( m) pf̀al/.
b) Ein Ansatz artr. camp + val 'Talboden' ist lautlich möglich, sachlich aber aufgrund der Ortsverhältnisse wohl weniger zu begründen; eine entsprechende Verbindung scheint übrigens in Graubünden zu fehlen (vgl. RN 2,67).
Artr. camp m. 'Feld, ebener Platz' kann vortonig - nach der Verdeutschung - den Nasal /m/ verlieren: vgl. Gapetsch Schaan, Gapluem Triesen sowie Gapätsch, Gapiezla, Gapleina, Gapluem, Gapruesch (alle Wartau).

camp
aual
val