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Gamblum  (Balzers)
3/4-V/W

Unbekannt. Gut im Underfeld.

Historische Belege
1474 Gamblum (PAW U 1; Z 23): "... ain stügkli daselbs (in dem vndern Velde), stosst am ~, ... aúfwerts an den Graben."

Bisherige Deutungen
Nipp 1911, 99: Gamblum. Evtl. CAMPELLONE, oder gamblun, mit Verschreibung?
Stricker 1981b, 141: †Gamblum. Wohl CAMPUS LONGUS; evtl. CAMPELLONE.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Das von Nipp 1911 erwogene lat. COLLIS 'Hügel' ist im Bündnerromanischen nicht volkstümlich; es fehlt in der Toponomastik Graubündens und des nördlich vorgelagerten alträtoromanischen Raumes und ist daher auch bei uns nicht anzunehmen; zu seinem vermuteten Erscheinen in Tirol und Ladinien vgl. Schmid 1974, 83f. Sicher abzuweisen sind mit Frick 1969 hier lat. GALLINA 'Henne' oder ein kelt. GALLOS 'Stein'. Dagegen ist der Ansatz von Nipp 1911 und (ihm folgend) von Frick 1969, nämlich artr. *caglina f. 'kleine Staude', möglich.

Deutung
a) Wahrscheinlich artr. camp lung 'langes Feld'. Die Labialisierung des auslautenden velaren /-¾/ zu /-m/ (/-*lung/ > /-lum/) wäre dann wohl als Assimilation zum /-m-/ von Gamp- zu verstehen.
b) Formal nicht auszuschliessen ist daneben ein Ansatz mit doppelter Suffixableitung, CAMP-ELL-ONE, also ein artr. *campell̀un, das mit 'grosses Kleinfeld' zu übersetzen wäre. Ein entsprechender Namentyp Ca( m) plum ist über Tirol und Vorarlberg weit verstreut: Kaplum Volders b. Innsbruck, Geplum Ampass b. Innsbruck, Gampluam Bürs, usw.; seine westlichsten Vertreter finden sich unterhalb Graubündens, im St. Galler Oberland, mit Gapluem Wartau, †Gabluem Wangs; in Liechtenstein haben wir weiter auch Gapluem Triesen.

camp
lung