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Wissleguet  (Schellenberg)
560 m; 758,9 - 232,9 5-F

w̄Œ¹sl‡g̀¬¼t (s ~ / —s ~ / —m ~ / us¼m ~)
Wiesen und Häuser am Vorderen Schellenberg, zwischen Hala1 und Platta, grösstenteils eben, im oberen Teil steil.

Historische Belege
1780 Weißeng̀ut (AS 2/20; fol. I 51v, 4. Sp. Z 6): "... 1 Acker in des ~"
1780 Wisag̀ut (AS 2/14; F 131r, Z 26): "1 Acker in des ~ gelegen ..."
1789 Wislis G̀ueth (RA 46-4; fol. 1v, Z 3): "... sambt den büchel in das ~ ..."
1793 Wißlisg̀ut (AS 2/20; fol. II 28v, 4. Sp. Z 9): "... 1 Stuck Acker ins ~"
1802 Wißles G̀ut (GAE II/147; fol. 1v, Z 1): "Letztens koªmen 3 Gätter aúf dem Schellenberg zú únterhalten, ... der dritte beÿ des ~ ..."

Bisherige Deutung
Ospelt 1911, 24: Wieslesgut, der Bolinger ob -.
Ospelt 1911, 116: Wieslesgut, in - [s w̠‹sl“s gu¼t]. Wise ist Personenname Alois.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Die heute gebräuchlichen Mundartformen zu Alois sind [̀al½w”s“, ẁŒs“] und [ẁŒs—l“], die Formen [w̠Œsl“] und [w̠Œ¹sl“], die Ospelt 1911 ebenfalls zum Rufnamen stellt, sind mittlerweile abgegangen.

Deutung
a) 'Grundstück einer Person, die Wissle genannt wird'. Unter Wissle m. kann ein individueller Übername für einen Weisshaarigen verstanden werden.
b) Weniger wahrscheinlich auch ein Übername zum für das Unterland gut bezeugten Familiennamen Weiss. In Mauren ist Wissle zudem Sippschaftsname (vgl. Tschugmell/ Marxer 1978, 146ff.).
b) Unsicher bleibt auch, ob der Rufname Alois in einer heute unbekannten, von Ospelt 1911 anscheinend noch identifizierten Mundartform vorliegt. Es würde sich um eine Koseform Wis( i) le zur Rufform Wisi handeln.

weiss
Weiss
Alois
Gut