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Schrunte  (Schellenberg)
645 m; 760,70 - 234,30 7-D

̜sr̀¥nt— (t- / —t- / —r ~ / usd¼r ~)
Wiesen- und Waldstreifen im Hinteren Schellenberg, unter dem Hinteren Gantenstein, zuoberst am Kloggerweg.

Historische Belege
1754 Schr̀unten Acker (AS 2/8; fol. 1v, Z 8): "... den ~ samt dem büchel [stösst] aúfwert an die Gasß, ... gegen Rhein ... an den Güllen Acker"
1775 Schr̀unte (AS 2/9; fol. 180r, Z 22): "... ein Stückle Feist Heügúth mit dem Büchel der ~ genannt ..."
1783 Schr̀unte (AS 2/14; F 123v, Z 2): "... Acker mit samt dem Mager Heü Büchel der ~ genannt, aúf dem hintern Schellenberg ..."
1786 Schr̀unteacker (AS 2/20; fol. I 20v, 4. Sp. Z 1-2): "... der ~"
1789 Schr̀unt̮y (RA 47/34; fol. 1r, Z 8): "... den so genanten ~ sambt dem büchel bis an die gas."
1796 Schr̀und̮y (AS 2/20; fol. II 13v, 4. Sp. Z 8): "... 1 Stuck [Acker] aúf dem ~ mit bühel."

Wertung der historischen Belege
Neben der Kurzform des Typs Schrunte kommt auch ein Kompositum Schruntenacker vor; es sieht so aus, als wäre ersteres als Ellipse aus dem zweiten abgeleitet worden (durch Suffigierung auf -i; analog der Bildung von Nomina agentis, vgl. Stricker 1974, 270, Absatz c, 2. Teil). Jedenfalls behandeln die Belege den Namen noch ganz klar als Maskulinum, im Gegensatz zu den heutigen, freilich unmassgeblichen Verhältnissen, wo die Suffigierung als Femininbildung aufgefasst wird.

Bisherige Nennung
Ospelt 1911, 100: Schrundi, im - [im ̜srundi].

Deutung
Elliptische Namenform aus ursprünglichem *Schruntenacker. Das Bestimmungswort gehört möglicherweise (als Pluralform Schrunden?!) zu Schrund m. '(durch Aufspringen, Bersten entstandene) Spalte, Ritze; lange tiefe Felsspalte, Abgrund'. Also vielleicht 'Acker mit tiefen Rissen' oder 'Acker bei der Erdspalte. Zu erklären bliebe die Fortisvariante mit /-nt-/; vielleicht ist sie analog zum Verhältnis schinden-schinten zu deuten (vgl. zu letzterem Id. 8, 907).

Schrund