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Nella  (Ruggell)
4-D

Unbekannt. Wohl Gebiet beim Nellenacker.

Historische Belege
1728 Nellen (AS 2/6; fol. 47v, Z 11): "... weingartten imm ~ ..."
1729 Nellen (AS 2/6; fol. 76v, Z 9): "... Stückhle in der ~ ..."
1732 Nella (AS 2/7; fol. 16r, Z 25): "... Mad im ~ genanth ..."

Wertung der historischen Belege
Uneinheitlicher Gebrauch als im Nellen und in der Nellen. Id. 4, 715 (s. u.) führt ebenfalls zwei Belege für Flurnamen mit verschiedenen Genera auf.

Deutung
a) Wohl zu einem Personennamen Nell; möglich sind Vorname, Übername oder Familienname. Für Liechtenstein ist 1620 ein Haintz Nell (in Pfäf 21/8, fol. 5v, Z 26; Auszug aus dem Eschner Jahrzeitbuch) bezeugt; nach RN 3, 368 ist der Familienname für das Prättigau, Malans und das Montafon belegt. Für sein Vorkommen in Ruggell zeugen weiter Belegstellen wie "... Acker im Groß Feldt, vor der Nellen Haúß ..." (1736; AS 2/7, fol. 92v, Z 29-30), "... acker im Großfeld vor den Nellen Haús" (1790; AS 2/23, fol. II 1v, 4. Sp. Z 17-18).
b) Ein Ansatz mhd. n̮el( le) m. 'Spitze, Scheitel, Kopf', das nach Id. 4, 715 in Flurnamen in der Bedeutung 'rundliche Erhöhung' vorliegen könnte, ist für Ruggell topographisch nicht einleuchtend. Id. loc. cit. stellt auch den Familiennamen Nell zu diesem Wort. Dieselbe Etymologie setzt Sonderegger 1958, 68 für den appenzellischen Flurnamen Nellenchapf an. Im Althochdeutschen liegt Nell in den Formen hn̮el m. und n̮ella f. vor. Ahd./mhd. -̮e- liesse die Aussprache [--] erwarten, wie Ospelt 1911, 78 sie für die Ruggeller Nell-Gruppe noch anführt; das heutige [--] scheint jung zu sein. - In der Nachbarschaft finden sich analoge Fälle wie †Nellenberg Grabs (Mat. SGNB), Nellenburg Langen und Doren (VNB I/7, 49, 56), Nellabürgle Koblach (VNB I/5, 38: zu verbinden mit Nell 'zwerghafter Mensch').

Nell