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Lierer  (Ruggell)
434 m; 758,55 - 234,35 5-D

l̀‘¼r¼r (d¼r ~ / —n ~ / —m ~ / ¥s¼m ~)
Wiesen und Äcker am Nordostrand des Dorfes, östlich der Obrosa.

Historische Belege
1720 L̀yra (AS 2/4; fol. 93r, Z 12): "... ackher ... die ~ genandt."
1725 Lèyer (AS 2/5; fol. 93v, Z 20): "... acker, der ~ genant ..."
1791 Lirer (RA 47/81; fol. 1r, Z 7): "... heü gúeth ... wie aúch das andtere ob Rosen der ~ genanth ... die anstös von dem Lirer ... abwerth an das Rieth ..."
1803 Leyer (AS 2/23; fol. II 67v, 4. Sp. Z 18): "1 Acker aúf ob Rosen der ~."

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 69: Lierer [im l̠‹r¼r].
Broggi 1978, 233: Lierer. Evtl. aus österr. Lieren (< ahd. liula, liola) 'Waldrebe'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Es fällt auf, dass Ospelt noch die monophthongische Form [l̠‹r¼r] kennt. Demnach könnte jüngeres [l̀—¼r¼r] bloss von der Schreibform (mit -ie-) beeinflusst, also nicht echt sein.

Deutung
Zu mda. Liere f. 'Waldrebe (Clematis vitalba L.)'.
a) Die maskuline Ableitung auf -er kann gehäuftes Vorkommen bezeichnen; im Lierer also: 'Ort, wo viele Waldreben vorkommen' (vgl. Stricker 1974, 270, Abs. a).
b) Bim Lierer könnte aber auch stehen für *beim Lierenbaum 'Ort beim Baum, der mit Waldreben behängt ist' (vgl. loc. cit. Abs. c).

Liere