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Fallagörs  (Ruggell)
6-C/D

Unbekannt. Örtlich identisch mit Ruggeller Riet.

Historische Belege
1698* Vallengörs (LUB I/4; S. 508): "Ein Mannmad Pritschen im ~, stost zúe zweýen seithen an die algemain"
1700* Vallssgör (LUB I/4; S. 508): "in ~, ietzt rúggeler ried genant ..."

Wertung der Belege
Da beide vorhandenen Formen nicht echt sind, ist a priori nicht leicht zu sagen, welcher von ihnen der Vorzug gebührt. Als erstes kann vermutet werden, in der Endung sei nicht -, sondern -ä- zu lesen. Dann ergeben sich zwei mögliche Lesungen: /f́al½g̀‰rs/ oder /f́al̜sk̀‰r/.

Deutung
a) Ausgehend von einer historischen Lautform /f́al½g̀‰rs/ scheint es naheliegend, den Namen mit einem artr. */f́al½g̀era/ 'mit Farnkraut bewachsener Ort', Ableitung zum Typ surselv. faletga f. 'Farn', zu verbinden. Dasselbe gilt bei Filgärsch und Filgärst, beide Wartau, ebenso bei Fergär Sevelen (wo, offenbar anders als hier, der Zwischentonvokal durch Synkopierung fiel). Das auslautende -a ist mit dem Sprachwechsel ausgefallen, dafür trat ein unorganisches -s hinzu, wie dies allgemein im Gefolge der Verdeutschung häufig vorkam (vgl. dazu Stricker 1981c, 36f.).
b) Ob auch für die mögliche (wenngleich nicht wahrscheinlich wirkende) Lesung /f́al̜sk̀‰r/ noch eine Herleitung gesucht werden soll, erscheint hier fraglich. Der Fall würde formal an Falzigera Balzers/GR erinnern (rtr. val tschaghera 'Nebeltal': */f́alt̜s½g̀‰r½/ synkopiert zu */f½lt̜s'g̀‰r½/ >*/f½lt̜s'g̀‰r/); die Lage unseres †Falagörs im Ruggeller Riet scheint freilich die nötige topographische Vergleichbarkeit der Fälle und damit eine gemeinsame Herleitung nicht zu gewährleisten.

faletga