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Salums  (Gamprin)
570 m; 758,20 - 232,60 5-F

s½l̀¥ms (¹- / —¹- / —m ~ / f¡ ~)
Wiesen und Strasse nordöstlich bei Gamprin, östlich vom Boia, an der Gemeindegrenze zu Ruggell und Schellenberg. Die volkstümliche Form ist Lums; also örtlich identisch mit Lums.

Historische Belege
1362 Salvms (LUB I/5; S. 117): "Bertschins hÓof von ~ ..."
1363* Salüms (LUB I/3; S. 293): "Item Bertschis hoff von ~"
1363* Salumps (LUB I/3; S. 313): "Item Bertschins hoff von ~ giltet ..."
1363* Salumps (LUB I/3; S. 315): "Item Bertschins hoff von ~ giltet ..."
1364 Ĺuns (LUB I/1; S. 245): "Annen Rtnerinen. d ietz ze ~ sesshaft ist ..."
1394 Salvms (LUB I/5; S. 657): "... Item Els vnd henni haintzen seligen kind von ~ ..."
1502 salums (PfABe U 14; Z 9): "... deren wir von ... hansen dieprecht und hansen albars uß ~ als vögten oder pflägeren des gemelten gmainen Jarzits [Bendern] also bar bezahlt worden sind ..."
~1514 Salums (U 45; fol. 9v, Z 2): "Hans Albar jn ~ ..."
1520 Sol̞ums (GAR U 20; Z 2): ".. des banns vnd pfendens halber In ~ ..."
2. H. 16. Jh. Salûmbs (PfABe ZB 1574; fol. I 70r, Z 7): "Item garait mit Christen Rischen von der Anna Ferin wegen aß ~ ..."
2. H. 17. Jh. Salumß (PfABe LB 1682; S. I 55, Z 19): "Joßeph Schächlin von ~"
1664 Sal̀ums (AS 2/2; fol. 1v, Z 14): "... ein stúckh Jn ~ gelegen ..."
1694 Salums (PfABe c/9; fol. 1r, Z 21): "Joseph Schechle von ~ ..."
1698* Sal̀umbs (LUB I/4; S. 549): "Ein gúett genant dz Loch im ~"
1698* Salungs (LUB I/4; S. 508): "Benderen Der Hoff im ~"
1700* Sal̀ungss (LUB I/4; S. 549): "zünsen ab einem gúeth genant dass loch jm ~"
1727 Sal̀ums (AS 2/3; fol. 65r, Z 25): "Christian Wohlwend Vogt des Joseph Schechles seel. Wittib únd Kindern von Gamprin ... Haúß únd Hoff ... daselbten gelegen, ~ genant, ... gegen berg an die alte Landstrassen stossend ..."
1743 salumss (RA 57; fol. 1a): "Ein stüchle höw guat in ~ guat"
1766 Sal̀ums (AS 2/20; fol. I 4v, 4. Sp. Z 8-9): "... 1 Heúgút in ~ [stosst] Rheinwärts [an die] Fahrgaß, Bergwärts [an den] Wald."
1793 Sal̀umß (RA 46-9; fol. 1v, Z 30): "... ein stúkh Waldt in ~ stost an die Kantzler Weldt"
1798 Sal̀ums (GAE II/181; fol. 1v, Z 9): "Gleicherweis ist aúch ... vorbehalten worden, alle jene Atzúngs Recht ob Aspen, ob ~ nämlich aúf dem Schellenberg gelegen, ..."
1802 Sal̞ums (GAE II/147; fol. 1r, Z 31): "Ach kommt ein Gater in ~ in die Kellengaß, welchen die Innhaber des Salmser Gtes z nterhalten haben ..."

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 93: Salums [i salums], auch [im lums].
Nipp 1911, 99f.: Salumm, Salums [i( m) s¼lâums]. Wohl nicht SOL̂AMEN wie surselv. sulom, eng. sulam, sondern *SOL¬MEN (-̂UMEN hätte -u¼m, -AMEN > -̠¡m und in Triesenberg -am ergeben); wir müssten dann für -̂UMEN sek. Kürzung annehmen. 'Hofstatt' passt begrifflich. Kurzform Lums aus Verwechslung mit neutr. Art. s?! Analog: Salums Wartau, Malix etc.
Nipp 1924, 105: Salums. Romanisch.
Stricker 1981b, 398: Salums. Lat. *SOLAMEN; rtr. sulam, -lom 'Hofstatt, Grund, Boden'.
Stricker 1981c, 42: Salums. Entspricht etym. Silum Triesenberg.

Besprechung der bisherigen Nennung
Die Nennung bei Ospelt 1911 deutet auf unterschiedlichen Namengebrauch hin: Trattriet und Riettratt.

Deutung
Zu rtr. sulam (E), sulom (S) m. 'Hofstatt, Bauplatz, Grund, Boden'. Nach der Verdeutschung reduzierte sich der Vortonvokal /-u-/ zu /-½-/. - Die Schliessung des rtr. Tonvokals /-̀¡-/ > /-̀¬-/ zeigt sich (in Abweichung von appellativischem rtr. sulom) schon in Belegen des romanischen Rheingebiets: Sal̀uns Surcasti, Luven, Sal̀ums Andiast, Lags, Salums (urk. 1375 Sulums) Bonaduz, Saluns Alvaschein. Auch in den verdeutschten Zonen herrscht diese Entwicklung des Tonvokals ganz vor. Aus Deutschbünden seien genannt: Salums Küblis, Schiers, Malix, Churwalden. Aus Liechtenstein haben wir ferner Silum Triesenberg. In Unterrätien finden sich weiter: Salum Pfäfers, Salums Wartau, evtl. Müselun Grabs, Selun Alt St. Johann, Zalum Stallehr, †Zalum Lorüns, †Solam Schruns, Salu Bartholomäberg, Zalum Bürs, Zalim Brand, Zalum Nenzing, Zalim Nenzing, †Salum Frastanz, †Salom St. Gerold.

sulom