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Wisanels  (Mauren)
443 m; 760,85 - 232,00 7-F/G

ẃ’s½ǹ‰ls (s ~ / —s ~ / —m ~ / f¡m ~)
Wiesen, Felder und Strasse im Riet, nördlich des Gebiets Under Wesa, an der Landesgrenze zu Österreich (Gemeinde Feldkirch).

Historische Belege
1645* Sanels (PfAM UJ 1665; fol. 97v, Z 13): "... ab Zweÿen mädlen in ~ Maúrer Kihlspihl"
1723 Sanelß (AS 2/5; fol. 26v, Z 18): "... Stückl Ried Mad in ~ ..."
1726 Ißenels (AS 2/5; fol. 134r, Z 18): "1 Stückle Mad im ~."
1730 Sanels Madt (AS 2/6; fol. 89r, Z 28): "... ein streüe Madt in ~ ..."
1738 Sanels (AS 2/7; fol. 224r, Z 20): "... ein Streúe Maad in ~ ..."
1743 sanels (RA 58; fol. 1b): "2 stückle in ~"
1745 Jlsen Els (RA 60): "... In ~ ..."
1768 Sanels (PfAM UJ 1665; fol. 109r, Z 5): "... Ein stúckh streüe maad in ~ stoßset gegen berg vnd Schahn an die Allgemeind ..."
1769 Wißen Els (AS 2/9; fol. 67v, Z 16): "... ein Streüe mad in ~ gelegen, stoßt ... gegen berg an die allgemein ..."
1770 Isaleß (RA 47-2; fol. 1r, Z 11): "... Ein stükhlÿ streüe Madt ~ genandt ..."
1774 Jsmels (AS 2/9; fol. 172v, Z 22): "... ein Streüe Maad im ~ genannt ..."
1779 Sanels (RA 7/4/20; fol. 5r, Z 5): "... ein Stückle Streüemad in ~ ..."
1795 Sanls (RA 7/4/29; S. 3, Z 8): "Der Häúslershof ... bestehet ... 10mo: Ein Stück Streüemad in ~ genannt, stoßt ... gegen Feldkirch an die Landmark ..."
1807 Ismanels (AS 2/21; fol. II 96v, 4. Sp. Z 13-14): "1 Streú Mad im ~ [stosst] ... Rheinwärts [an die] Esch ..."

Wertung der historischen Belege
Die älteste erreichbare Namensform ist /s½ǹels/ mit romanischer Betonungslage. Daraus wurde in deutschem Mund durch Agglutination der Präposition in die Form /́‹s½ǹels/ (zu den Hintergründen dieses in Teilen Unterrätiens raumbestimmenden Vorgangs siehe Stricker 1976 und Stricker 1981e). Die heutige Form /ẃ‹s½ǹels/ mit unetymologischem W-Vorschlag tritt bereits 1769 mit Wißen Els auf. Die jüngeren Belegformen sind teils stark verballhornt. Zu deuten ist eine Form /s½ǹels/.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 115: Wiesenels, Sanels [im w̠‹s¼n‰ls].
Nipp 1911, 111: Wiesenels, Sanels [im v“s¼ǹ‰ls]. Das Etymon ist unklar.
Nipp 1911, 107: Isales. Zu INSULA 'Au'.
Ospelt 1920, 79: Wiesenels.
Stricker 1976, 160: Wisaǹels,Sanels.
Schafhauser 1979, 176: Ismels. Zu ism 'Eisen' + els 'Erz'.
Stricker 1981c, 48: Wiesenels. W- ist unorganisch vor ursprünglichem I-Anlaut.
Vogt 1992, 229: Wisanels. Zu lat. VICINALES 'benachbart, den Nachbarn gehörend'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der in der Belegreihe als blosse Verballhornung vermutete urk. Typ Isales wird von Nipp 1911, 107 als eigener Name aufgefasst, was grundsätzlich sicher denkbar, hier aber kaum wahrscheinlich ist. Schafhausers abwegige Konstruktion lohnt keine Besprechung; Vogts Vorschlag geht von falschen Voraussetzungen aus (alter Name: Saǹels!) und wäre zudem lautgeschichtlich unrichtig.

Deutung
Vielleicht zu einem artr. *segǹella f. 'kleines Sumpfgebiet' (?), das sich als Diminutivableitung zu einem hypothetischen vorrömisch-altromanischen *segna f. 'Sumpf, Röhricht' bilden liesse (derselbe Stamm wird im Dorfnamen Sennwald SG angesetzt). Begrifflich würde der Ansatz für das fragliche Gebiet im Riet ausgezeichnet passen; allerdings sind Suffixableitungen zu dem seltenen Worttyp sonst nicht bekannt. Lautlich wäre der Ansatz ziemlich problemlos: ein Plural *sagǹellas 'kleine Sumpfgebiete' wäre nach der Verdeutschung zu */saǹell¼s/ entpalatalisiert und zu */saǹels/ gekürzt worden. Dann folgten noch Agglutination der Präposition in und unetymologischer W-Vorschlag.

segna