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Scheienzaun  (Mauren)
5/6-G

Unbekannt. Nach Ospelt 1911, 97 in der Umgebung von Güedega, Wegacker und Freiadarf, also im südwestlichen Dorfbereich gelegen. Örtlich identisch mit †Schreibers Acker.

Historische Belege
1700* schewenzàun (LUB I/4; S. 479): "dess schreÿbersackher, ietzt ~"
1759 Sche̮yen-Z̀un (AS 2/8; fol. 119v, Z 8-9): "... ein ackher der ~ genannt, stoßt ... gegen Schan an die Weinräben, gegen Rhein an das Gottshaúss S. Johann in Veldkirch."
1779 Sche̮yenzàun (RA 7/4/20; fol. 5v, Z 2): "... aús einem Stückle Acker im ~ ..."
1794 Sche̮yenzàun (RA 7/4/25; fol. 4v, Z 20): "1 Stückle Acker im ~ ..."
1795 Sche̮yenzàun (RA 7/4/29; S. 22, Z 19): "Der zweÿte Poppesserhof ... bestehet ... 4to: Aús einem Stück Acker der ~ genannt, stoßt gegen Schaan ... an die Laimgrúbweingärten"

Wertung der historischen Belege
Die Formulierung Acker im Scheienzaun (bzw. Acker genannt Sch.) in den Kontexten ist offenbar zu verstehen als 'Acker beim Scheienzaun' (vielleicht auch als 'Acker beim Gebiet genannt [beim] Scheienzaun').

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 97: Scheienzaun, beim -.
Frick 1955, 83: Scheienzaun. Mhd. sch̠‹e, dt. Scheie 'Latten-, Holzzaun'.

Besprechung der bisherigen Deutung
Die Überlegung von Nipp 1924 ist nicht schlüssig, wo er die hypothetische Bedeutung des Ortsnamens Schaan (als 'am Wasser') einfach mit dt. Wald verbindet: so kann man nicht über Jahrtausende (und über mehr als eine Sprachgrenze) hinweg kohärente Bedeutungszusammenhänge konstruieren, zumal hier zeitlich-sprachliche Zwischenglieder, die eine solche Brücke mittragen könnten, fehlen.

Deutung
'Zaun, der mit «Scheien», Haglatten hergestellt wird'. Siehe auch †Scheienacker.

Scheie
Zaun