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Saläus  (Mauren)
6-G/H

Unbekannt. Gut im Riet südlich des Dorfes, beim Undera Bretscha. Offenbar örtlich und sprachlich identisch mit †Leuis.

Historische Belege
1700* Saläws (LUB I/4; S. 483): "Löwiss in ~ in vnteren prütschen"

Wertung des historischen Belegs
Die Kontextformulierung ergibt, dass "Löwiss" und "Saläws" denselben Ort bezeichnen; dies legt den Schluss nahe, dass die beiden Formen dieselbe Herkunft haben könnten.

Deutung
Unsicher. Im Auslaut -äws scheint der altromanische Fortsetzer der lateinischen Endung -̂ETU (wozu Stricker 1974, 272ff.) vorzuliegen, welche hauptsächlich in Verbindung mit Pflanzennamen das häufige Vorkommen der betreffenden Art anzeigt; sie verbindet sich indessen auch mit anderen Nomina, die eine Örtlichkeit charakterisieren können. Die Suche nach möglichen Grundwörtern scheint in diesem Fall erfolglos zu bleiben; auch und gerade eingedenk des Umstandes, dass zum vorhandenen Saläws alias /sal̀¡̮®s/ (?) (oder älter /sal̀‰®s/ oder /sal®s/?) allenfalls noch eine (mittlerweile abgefallene) Anlautsilbe hinzugedacht werden muss, will sich nichts Passendes finden (die Hoffnung, der Index der Suffixe s. v. -ETU in RN 2, 1031, könnte vielleicht einen brauchbaren Vorschlag ergeben, bleibt unerfüllt). - Unserem Fall ähnlich scheint der Name Sanäus Schiers (RN 2, 355); jedoch werden (aus sachlichen Gründen) weder rtr. uzun m. 'Heidelbeere' noch lat. GENTIANA 'Enzian' (RN 2, 162), beide in Verbindung mit -ETU angesetzt, für unser Saläws in Frage kommen. - Auch ein Zusammenhang mit der in RN 2, 788 unter Planzalüers Calfreisen vereinigten kleinen bündnerischen Gruppe (weiter: urk. 1576 Salyrss Maladers; Plam Saliurs Vaz) kann nicht wahrscheinlich gemacht werden. Zwar liesse sich wohl das -r- im Auslaut -rs der bündnerischen Fälle zur Not auch als unechte Zutat abtun (was Voraussetzung wäre für eine Verbindung mit dem Suffix -ETU) - allerdings spricht sein konstantes Erscheinen in diesen Namen eher gegen einen solchen Ausweg. Im übrigen denkt RN 2, 788 für die Bündner Gruppe ohnehin in eine andere (ebenfalls nicht unproblematische) Richtung: < altes rtr. serraduir m. 'Schleifweg'? - Der Fall †Saläus bleibt also einstweilen ungeklärt, und damit auch der Name †Leuis, der sich mit hinlänglicher Sicherheit als sekundäre Kurzform (über Abfall der vortonigen Silbe Sa-) zu ersterem entpuppt.