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Quadera  (Mauren)
460 m; 759,25 - 232,00 6-F/G

̅kw̓¡d¼r½ (̡k- / —̡k- / —r ~ / f¡r ~)
Wiesen und Häuser im Dorfzentrum, südlich unter Heraböchel und Herawingert, zwischen Gaggalätsch und Kirchabötle.

Historische Belege
1698* quadern (LUB I/4; S. 485): "Ain tagman ackher in ~"
1779 Q̀uaderer (RA 7/4/20; fol. 6r, Z 13): "... aús einem Stückle dito (Acker) im ~ ..."
1782 Q̀uäderlin (RA 11/2/8/57; fol. 1v, Z 17): "Ein acker genant ~ ..."
1795 Q̀uadern (RA 7/4/29; S. 13, Z 11): "Der zweite Hollenhof ... bestehet ... 2do: Aús einem Stück Acker aúf der ~, stoßt gegen Schaan an die Landstrasß ..."
1808 Q̀uadern (AS 2/21; fol. II 111v, 4. Sp. Z 11): "1 Stuck Aker aúf der ~ oder Lútzfeld [stosst] Aufwärts [an die] Feldgaß ..."

Wertung der historischen Belege
Die Angaben schwanken zwischen (artikellosem) in quadern als Ausgangsform, grammatisch integriertem auf der Quadern, ferner verkleinerndem Quäderlin und einer Ableitung im Quaderer (offenbar scil.: Acker).

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 86: Quader, im, in der - [i, uf d¼r kw̓¡d¼ra].
Nipp 1911, 33: Quadra [uf tr kw̠¡d¼ra]. Quadra 'Viereck'.
Nipp 1924, 105: Quader. Romanisch.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Burmeisters Ansatz ist hinfällig, da unser Flurname bereits im 14. Jahrhundert mehrfach belegt ist, während die Juden am Eschnerberg nur in der Zeit von 1637 bis 1651 ansässig waren.

Deutung
Rtr. quadra f. 'Ackerfeld' ist als Name in dichter Streuung über den ganzen altromanischen Raum weit verbreitet, kommt aber gewöhnlich in einer alten Gemeinde nur einmal vor. Er bezeichnet fruchtbare Fluren an bester Wirtschaftslage. Nach der Verdeutschung hat sich bei quadra ein Sprossvokal (> /k®̀ad¼r½/) eingefügt, und der Tonvokal (lat.) A[ (in offener Silbe) ist zu /̠¡/ verdumpft worden.

quadra