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Kretzera  (Mauren)
475 m; 758,80 - 230,95 5-H

̅kr̀“ts¼r½ (̡k- / —̡k- / —r ~ / f¡r ~)
Wiesland am Südosthang des Jodaböchel, unter dem südwestlichen Dorfeingang, unweit von Garlanga.

Historische Belege
1649 krezer (Pfäf 22/8; fol. 1r, Z 23): "... ain stuckh der ~ genanth ackher und weingart ..."
1649 krezeren (Pfäf 22/8; fol. 1r, Z 9): "Mer im thier garthen stosst ... zue der driten seiten an ainer Gnedigen Herschafft, und zue der vierten seiten an die ~."
1700* Krätzere (LUB I/4; S. 526): "so ein Stúckh gúeth beÿsamen, die Gahrlange vnd ~ genannt"
1700* Krätzere (LUB I/4; S. 526): "Obere halden ietzt ober ~ sambt einem stúckh weingarthen in dem schilli"
1729 Krezeri (AS 2/6; fol. 77v, Z 7): "Ain Stúckh Hëgúett ... in der ~"
1730 Kratzer (RA 36-2; fol. 1r, Z 24): "... ein Weingartbeth im ~ genant ..."
1732 ob dem Krezer (AS 2/7; fol. 23v, Z 10): "... ein ackher aúff Gúedigen ~ genanth ..."
1737 Krezer (PfAE EM 1661; fol. 34v, Z 24): "... Ein Weingarthen ~ genandt ..."
1754 Krezer (AS 2/8; fol. 17v, Z 11): "... weingarten in dem ~ ..."
1764 Kretzer (AS 2/22; fol. I 32v, 4. Sp. Z 8): "1 Heúboden im Gütigerfeld im ~"
1766 Kretzern (AS 2/21; fol. I 51v, 4. Sp. Z 4): "1 Acker in der ~ in Gerlangen."
1766 Kretzeren (PfAM 43/11; fol. 1r, Z 8): "... ein Stukh akher auf der ~ ..."
1772 Crezern Weingarthen (AS 2/9; fol. 118r, Z 22): "He gúth, stosst ... gegen Berg an ~ ..."
1798 Gratzern (AS 2/21; fol. II 68v, 4. Sp. Z 2): "1 Stuck acker aúf der obrn ~."
1803 Kretzerwingert (AS 2/22; fol. II 105v, 4. Sp. Z 3-4): "1 Heúgút im Renkwiller únter dem ~ [stosst] Rheinwärts [an die] Fahrgaß, Bergwärts [an den] ~"

Wertung der historischen Belege
Die Reihe der historischen Belege zeigt zwei formal unterschiedliche, jedoch dasselbe Gebiet bezeichnende und deshalb zusammengehörende Namentypen: einerseits einfaches Kretzer m., wohl elliptisch für *Kretzerwingert, andererseits eine feminine Ableitung zu diesem auf -era.

Bisherige Nennung
Ospelt 1911, 64: Kretzern, in - [uf t¼r kr“ts¼ra].

Deutung
Kretzer ist Ableitung zum Verb kratzen bzw. zu faktitivem kretzen und heisst allgemein 'herber Wein, der beim Trinken im Hals kratzt'; speziell auch 'süss abgepresster, blassroter Wein'. Der Flurname bedeutet also 'Weinberg, in dem «Kretzer»-Wein gewonnen wird', bzw. 'Weinberg, der nur (herben) Wein liefert, der im Hals kratzt'.

Kretzer