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Fossat  (Mauren)
5/6-F

Unbekannt. Örtlich identisch mit Lutzfeld.

Historische Belege
1698* fossat (LUB I/4; S. 484): "Ain Stúckh in ~, stost oben an der Closterherren gúet"
1700 fossat (LUB I/4, S. 484, Anm. 8): "~, ietzt Lútzfeld"

Bisherige Deutungen
LUB I/4, 484, Anm. 8: Fossat, alter Flurname, abzuleiten von (lat.) FOSSATUM 'Graben' (G. Malin).

Besprechung der bisherigen Deutungen
Aufgrund der älteren Belege sicher nicht, wie Tschugmell/Marxer 1978 meinen, nach dem einstigen Gemeindevorsteher Simon Fehr benannt.

Deutung
Zu rtr. fussau m. 'Graben, Grube'. Wie auch anderen Namen dieses Gebietes (Sauerbünt, Moos, wohl das Element Lutz- in Lutzfeld und -bünt) zu entnehmen ist, war das fragliche Gebiet riedig (vgl. ebenso LUB I/4, 484, Anm. 8: Das Bächlein, welches das Lutzfeld entwässerte, hiess Tobel). Der sachliche Hintergrund für eine entsprechende Bezeichnung war damit unzweifelhaft gegeben. Sprachlich auffällig ist hingegen die überlieferte Form Fossat anstelle des hierzulande zu erwartenden Typs /fuss̀a®/. Nun kann es allerdings (wenngleich selten) vorkommen, dass ein auslautendes -ad (bzw. -at) in Ortsnamen (auf -ATU) erhalten geblieben ist, sofern die Germanisierung schon zu einem Zeitpunkt durchzudringen vermocht hatte, da das /-t-/ von -ATU noch nicht geschwunden, die Stufe /-̀a®/ also noch nicht erreicht war. Dies könnte hier durchaus der Fall sein. Allerdings lässt sich die Natur der fraglichen Endung hier nicht klar erkennen: verschleppter Latinismus? Oder sehr früh - auf der Stufe frührtr. */foss̀âd( u)/ - eingedeutschte Form? Oder ist von fem. /fuss̀ada/ mit Verlust des auslautenden -a auszugehen? Diese Fragen bleiben vorläufig offen.

fussau