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Falscherina  (Mauren)


Unbekannt. Nach Ospelt 1911, 36 im Schaanwald gelegen.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 36: Falscherina.
Nipp 1911, 60: Falscherina. Zwar sind alle in Mauren und am Maurerberg vorkommenden Namen (Fallsbünt, Fallsacker, Fallries, Falldohlen) deutsch; hier aber lässt sich wohl an VALLIS denken; im zweiten Teil könnte ACERINA stecken, nur ist der Ausfall von -A- nicht ganz klar, es wäre eher falaschrina oder fallerschrina zu erwarten. Mögliche Deutung: 'Ahorntal'.
Nipp 1924, 105, 106: Falscherina. Enthält das Suffix -ina, das auf hohes Alter deutet (ebenso Guflina, Lavadina, Galina).
Tiefenthaler 1968, 84: Falscherina. Zu lat. VALLIS ACERINA 'Ahorntal'.

Wertung der bisherigen Deutung
Nipps Ansatz ist zuzustimmen.

Deutung
Artr. val ascherina 'Ahorntal'. Wir finden blosses (ursprünglich adjektivisches) artr. ascherina 'Ahorn-' und seine Folgeformen verbreitet in Geländenamen: Scharinas Tujetsch, Ascharina St. Antönien, Scharina Untervaz, Scharinis Tschiertschen, Schrinas Molinis; Escharinahalde und Schrina Wartau, Schrina Walenstadt; Schrina Bartholomäberg, Silbertal, Nescharina (auch als Rescharina) Tschagguns, Rescharina St. Gallenkirch, Nescharina Silbertal (urk. 1430 in Ascharin); Nasserein Fliess (Tirol). Einen weiteren Fall einer (erhaltenen) Verbindung mit rtr. ascherina stellt Faltscharinis Malix dar. In beiden letzteren Fällen erscheint bemerkenswert, dass die Entwicklung von */val a̜z½rn½/ zu /f́al̜s½rn½/ über die Synkopierung nicht des tonschwächsten Zwischenvokals (*/val½̜z'rn½/), sondern des gegentonigen Anlauts von /́a̜z½rn½/ (> /f́al̜s½rn½/) verlief; vielleicht wurde dieses Ergebnis auch erst sekundär metathetisch (*/fal½̜s'rn½/ > /fal '̜s½rn½/) erreicht.

val
aschier