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Falls  (Mauren)
5-G

Unbekannt. Gut südwestlich beim Dorf, in der Nähe von Popers und Lacha.

Historische Belege
1363* vals (LUB I/3; S. 294): "Üli von pepper gibt von einem akher in ~ ze peppers ..."
1363* mels (LUB I/3; S. 314): "Item Vlin von peppers gibt von ainem ackher ze ~"
1. H. 15. Jh. Wals (LUB I/2; S. 372): "ab aim Maritschen ze ~ bi der Lachen"
1698* falss (LUB I/4; S. 496): "Ain ackher in ~, Stost vornen an die gass"
1698* falss (LUB I/4; S. 499): "Ain Pündt oder Pritschen in ~ stost an die Strass"
1698* falls (LUB I/4; S. 526): "ein ackher zúe ~ zúe zweÿen seithen an die Gassen"
1698* falls (LUB I/4; S. 501): "Anderthalb man mad im Nefen-Pritschen in ~ stossen an die waid oder Strass"
1804 Fals (AS 2/21; fol. II 109v, 4. Sp. Z 2): "1 Stuck Acker im ~ genant [stosst] Rheinwärts [an die] Fahrgaß, Bergwärts [an die] Feldgaß."

Wertung der historischen Belege
Die frühe Schreibung 1363* mels ist falsch; der Kontext weist den Beleg aber als hieher gehörig aus. Der Beleg 1. H. 15. Jh. Wals könnte, im Unterschied zu den folgenden /Fals/-Schreibungen, allenfalls noch als Beleg für die primäre romanische Aussprache des Namenwortes verstanden werden.

Deutung
Die Lage der Örtlichkeit in der Nähe des kleinen, flachen Einschnitts zwischen den zwei Erhebungen Jodaböchel und Leimgruebböchel (durch welchen die alte Fallsgass von Mauren nach Eschen führt), spricht für Herleitung aus rtr. val f. 'Tal': dieser Ort war es, der ursprünglich *Vals bzw. Fal( l) s hiess. Der Name ist damit identisch mit †Fals Wartau (heute Falsbünt, Stricker 1981b, 37f.). Das auslautende -s ist in beiden Fällen nicht als Pluralzeichen zu verstehen, sondern (wie dies häufig vorkommt) als hier unorganisches sog. «Ortsnamen-s» (wozu Stricker 1981c, 36f.). Übrigens wird der in der Nähe befindliche, vom Eschner Hinderdorf gegen Zwöschetbüela nordöstlich ansteigende Einschnitt mit dem Namen Tal bezeichnet, was unserer Deutung von /fals/ als rtr. val sachlich entspricht.

val