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Saroja  (Eschen)
1659 m; 761,7 - 228,2 8-J

()r̀œ›½ (~ / ¬f ~ / ¬f ~ / ~)
Bergkuppe östlich ob Nendeln, nordöstlich ob Gafadura (Planken), östlich der Fuermazög, auf der Landesgrenze zu Österreich.

Historische Belege
1319 Soloyen (LUB I/5; S. 469): "von dem Crutze an dem alrberch die rihti vntz an den ~"
1363* Sologen (LUB I/3; S. 291): "Die wallser gebent järlichen von dem ~ ..."
1363* Salegen (LUB I/3; S. 296): "Item Dy Walsser von ~"
1428 Saròyen (GAE II/120; fol. 1r, Z 17): "... als hienach geschriben stät wie sý ze baiden sýten einander halten únd niessen sond mit allen sachen únd hän och das gelüttert únd úndermarket zwüschent Uli Vogts alpp únd gút am ~ únd der zwaýer kilspel (Bendern und Eschen) wald wún únd waid daselbs: ..."
1428 Saròyen Spitz (GAE II/120; fol. 1r, Z 19): "Item des ersten sol únd ist ain Markstain gesetzt an ~ úf der Egg zaiget herab in den Markstain nebend dem stadel ..."
1578 Saròyen (GAP U 2; Z 3): "... so hinder Planckhenn vff ~, ab vnd vnderhalb Gdelanenn, Ach vff Hanenboden gelegen ..."
1578 Saròyen (GAE II/121; S. 1, Z 13): "... wegen wn, weid, holtz, únd felde, so hinder Plancken vff ~ únd ob Vnderthalb Gdelannen, ach vffen Hannenboden gelegen Etliche Nachpürliche Spen únd Irrngen Zegetragen"
1603 Saròyen (GAP U 5; fol. 2a, Z 7): "Allp ~"
1698 Sar̀yen (GAM 593; fol. 2r, Z 12): "... [die Grenze verläuft] von dieser Mistel Markh ... den Grad únd Höche nach ganz hinaúf bis zúe der Alp ~ ..."

Bisherige Deutungen
Zösmair 1923, 31: Rojen B.. Wohl zu Reu, Roja von lat. ROVINA 'Erdrutsch, Rüfe'.
Nipp 1924, 105: Roya. Ist romanisch.
Frick 1952b, 51, 67: Saroja.
Tiefenthaler 1968, 197f.: Saroja. Etymon unklar, vielleicht Zusammenhang mit lat. SUPER, rtr. sur 'oberhalb, über'; vorröm. *RÇOWJA (Nebenform zu vorröm. *ROVA 'Rüfe') nach Hubschmid (ZRPh 66) würde sachlich passen.
Siehe weitere Ansätze und deren Bewertung unter Sarojasattel Planken.

Besprechung der bisherigen Nennung
Nach Ospelt, der in solchen Dingen als vertrauenswürdig zu gelten hat, war die Namensform /r̍œtlis/ noch zu Anfang unseres Jahrhunderts die übliche. Der Verlust des /-l-/ ist demnach sehr jung, und für die Deutung ist von /r̍œtlis/ auszugehen.

Deutung
Saroia ist recht undurchsichtig. Ausgehend von den alten Belegen wäre von einem */sal̀o›a/ oder */sal̀u›a/ auszugehen. Was hier weiter angeführt werden kann, sind Mutmassungen.
a) Der oben angesetzte Typ */sal̀o›a/ könnte evtl. durch Reduktion des palatalen Elements aus einem noch älteren Typ */sal̀oa/ oder */sal̀on›a/ hervorgegangen sein. Entsprechende Fälle von Reduktion // > // scheinen vorzuliegen bei den Namen †Faiola Schaan (evtl. aus /va̀ola/ < rtr. vignola f. 'kleiner Weinberg') und Manola, älter auch Majola Planken (evtl. aus /ma̀ola/; dieses Beispiel ist allerdings wenig hilfreich, da hier die Namensherkunft unklar bleibt). Auffällig wäre dann allerdings bei Saroia, dass wir seit den frühesten Belegen (ab 1319) kein einziges Erscheinen dieses hypothetischen // nachweisen können. Dessen Schwund müsste also früher - aber doch schon unter Einwirkung des Deutschen! - angesetzt werden, was chronologisch zur Not noch aufgehen kann. - Wenn dem so ist, könnte der Name als weiterer Vertreter jener ungeklärten Gruppe gelten, die in RN 2, 899 unter Zalön zusammengefasst ist. Es werden dort (unter anderen) aufgeführt: a) Zalön Safien (Hof; urk. 1480 Saloen); b) Zalüenja Peist (Bergwiesen oberhalb der Waldgrenze; urk. 1549 Sallonyen); c) urk. 1084 Dauos Salonno Lüen (oder örtlich identisch mit Zalüenja Peist?; vgl. auch RN 2, 822: bezeichnet Wiesen; erinnert an einen lat. Personennamen SALONIUS, der aber in Graubünden nicht bezeugt ist); d) Salön Guarda-Lavin (Bergwiesen in Val Tuoi; urk. 1388 SalÒontz); e) Salonien Alp Vandans (nach VNB I/2, 60 heute Zaluandi [tsal̀u½n( d) i], urk. 1485 Alp Salunyen, 1496 Salungen, 1503 Salongen, 1506 Salonien, 1612 Salonia). Zur Herkunft dieser offenbar vorrömischen Namengruppe lässt sich allerdings auch heute noch nicht mehr sagen.
b) Eine (wohl aussichtslose) Überlegung, den Namen als romanisch erklären zu können: Die Endung des Typs */sal̀o›a/ könnte an die Ergebnisse des lat. Suffixes -̂ETU erinnern, wie diese bei Stricker 1974, 273f. dargestellt wurden: /-̀o›/ bzw. älter /-›̀o›/ könnte allenfalls in die komplexe Entwicklungsreihe bei diesem Suffix (aber erst nach der Verdeutschung) eingeordnet werden. Das nicht dorthin passende auslautende -a müsste dann allerdings als unetymologisches Anhängsel (zur Zeit der Zweisprachigkeit; dazu Camenisch 1962, 148) gewertet werden. Auch hier also, wie oben, ein chronologischer Engpass (angesichts des Erstbeleges von 1319). Bedenklicher noch als dieser stimmt freilich (bei der Annahme eines Suffixes /-̀o›/) der dann verbleibende Namenstamm /sal-/ bzw. /saº-/, der kaum eine Anknüpfungsmöglichkeit sichtbar werden lässt. Der ganze Ansatz dürfte daher abzuweisen sein.
Säga (E)
Sägastrasse (E)
Sagenstrasse (E)
Sandlöcher (E)
Saroja (E)
Sarojasattel (E)
Sauwedeli (E)
Sawgratz (E)
Schaaner Büc...
Schaanwald, ...
Schaanwald, ...
Schächle (E)
Schafflet, o...
Scheggenbünt...
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Schönabüel, ...
Schönabüel, ...
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Schröflewald (E)
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Schulstrasse2 (E)
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Statthalterg...
Statthalters (E)
Statthalters...
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