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Rofaberg  (Eschen)
500 m; 757,4 - 231,2 4-G

r̓œf½b́Šrg (d¼̠r- / ¥f¼ ~ / ¥f¼m ~ / fœm ~)
Weiler auf einer dem Eschnerberg1 vorgelagerten grossen Wiesenkuppe, zwischen Bendern und dem Dorfzentrum von Eschen.

Historische Belege
1489 Ra̞uffenberg (GAE III/9; Z 4): "aff ~"
1. H. 16. Jh. Roffenberg (LUB I/2; S. 310): "huss vnd hofstat vff ~ gelegen"
1530 Ra̞uffenperg (GASb U 3; Z 4): "... vff ~ ..."
1538 Rauffenberg (U 51; fol. 17v, Z 12): "Item Peter Wangner, wirtt auff ~ zeinst von seiner taffern 1 lib. d."
2. H. 16. Jh. Ra˚ffenberg (PfABe ZB 1574; fol. II 31r, Z 1): "Hans Mader auf ~ ..."
1584 Rauffenberg (U 56; fol. 31b): "Hanss Mader vff ~"
1585 Rouffenberg (SchäV 78): "Hannss Örin Am Eschnerberg Amman Vf ~."
1602 Raüffenberg (RA CXLV 1602-1605; fol. 1r, Z 1): "Herbstzeitt Gericht gehalten auff ~"
1604 Rauffenberg (U 60; Z 10): "... Abschrifft des Vrthel, so Zue ~ desswegen ergangen ..."
1637 Roffenberg (PfAE RB 1637; fol. IIIr, Z 2): "... dz vor edlich iahren auf ~ der pfarherr vnd ambtleütten sambt Ehrsamen Gerichtsleütten zuo Eschen zuosamen kommen vnnd ein Roddel oder kirchen buoch aufgerichtet ..."
1641 Roffenberg (RA CXLV 1639-1648; S. 47, Z 1): "Auf Eingenomne Augenschein, Ist auf ~ Verhörtag gehalten worden ..."
1641 Ráuffenberg (GAE III/6; Z 8): "... Hanns Hopp Würth aff ~ ..."
1641 Rauffenberg (GAS U 18; fol. 1a): "... Hannss Hopp vff ~, der Zeit Landt Aªman vnserer Herrschaft Schellenberg ..."
1647 Roffen berg (PfABe 28/23; fol. 1r, Z 25): "... gott befohlen dato ~ den 25 Juliús ..."
1650 Roffenberg (PfAE KaR 1650; fol. Ir, Z 11): "... Landtamman Hoppen ... Vogt, vnd Verwalther, oder bauherr der Gnaden Reichen Capellen desß h. Creüzes auf ~..."
1650* Roffenberg (PfAE KR 1650; S. 17, Z 1-2): "Hanß Ori auf ~ ..."
Mitte 17. Jh. Roffenberg (LUB I/2; S. 330): "auf ~"
2. H. 17. Jh. Raufenberg (PfABe LB 1682; S. I 53, Z 2): "Jacob Straub von ~ zünset Jährlich ... ab einem Weingarten in der laimgrueben gelegen ..."
1651 Rofenberg (PfABe 31/3; fol. 1v, Z 11): "Wegen dem Platz Weingarthen, deß Hans Wâalckhen vf ~ ackher, so Er vom gottshaúß S. Lucii zúe lehen inhatt ..."
1664 Ràufenberg (PfAS Urb 1664; fol. 28r, Z 7): "... ackher in der Marxhalden gelegen ... gegen ~ an Johannes Marxer ..."
1684 Roffenberg (GAS U 55; fol. 2b): "Das erkhaffte Haúss aff ~ bedreffendt ..."
1684 Ràuffenberg (GAS U 56; fol. 1b): "... von dem ... Grafen erkaúften haús aúf ~ ..."
1688 Raufenberg (PfABe 31/5; fol. 1r, Z 2): "Extractus Prothocolli Actum ~ den 15ten Julý 1688."
1689 Roßenberg (Pfäf 13a; 1. St., fol. 1v, Z 19): "Gegen dem Platz Wingarten deß Hanß Wäelckhers modo Ulrich Wäelckh uff ~ Ackher do er vom Gottshauß S.Lucý zue lehen inhat ..."
1699 Roffenberg (PfAE BB 1699; S. 5, Z 2): "Joßepf Helbert würt vnd gast geb auff ~ vnd fürstlicher Zoller ..."
1700* Rofenberg (LUB I/4; S. 469): "aúfm ~ "
1700* Rofenberg (LUB I/4; S. 499): "... gegen dem Haúss auf ~ vertauscht worden. ach wohl ein theüres Haúss"
1700* Rofenberg (LUB I/4; S. 534): "Joseph Helbert aúff ~"
~1707 Boffenberg (Pfäf 14; fol. 4r, Z 15): "Füchß und Hasen Jagen. (Herrschaft Schellenberg) 12(.) Im ~ oder Thiergärtlin."
1722 Rofenberg (PfAE EM 1661; fol. 44r, Z 20): "... Haúß vnd Hof aúf ~ gelegen ..."
1754 Rofenberg (PfAE 25/2; fol. 1r, Z 4): "... der Löblichen Capellen af ~ eine Summam Gelds ... schldig worden ..."
1760 roffen berg (RA 75; fol. 1a): "... auff ~ ..."
1780 Rofenberg (PfAM UJ 1665; fol. 15r, Z 18): "... únd diese Versteigerung dann wirklich únterm 5 ten August 1780 in dem Zollhaús zú ~ vorgenommen ..."
1780 Rofenberg (GAS U 135a-d; c, fol. 1b): "Joseph Allgeüer Zoller aúf ~"
1797 Rofenberg (GAE II/222; fol. 1r, Z 4): "... Johann Georg Marxer ab ~ ..."

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 90: Rofenberg [uf r̓œfabŠrg].
Nipp 1911, 55f.: Rofenberg [uf r̓œf¼bŠrg]. Auf ersten Blick ist Ableitung vom Namen Kapelle (St. Rochuskapelle) nicht unwahrscheinlich, vgl. auch die ältere Aussprache [r̀œkabŠrg]. Doch wurde die Kapelle ehest zu Anfang des 17. Jhs. zur Pestzeit erbaut. Die urkundlichen Formen bezeugen aber Rofenberg. Das Etymon ist unklar.
Broggi 1978, 216: Rofenberg. Evtl. zu lat. ROBUR 'Eiche'.
Stricker 1981b, 383 N: Rofenberg. Wohl zu vorröm. *R̄OVINU (< *R̄OVA 'Erdschlipf'), rtr. röven, rieven. Altrtr. *rüöven wird nebst zu /r̀u½f½/ teils auch zu /r̀ufa/, vgl. Rufa und Rufabort in Wartau.

Wertung der bisherigen Deutungen
Broggis Vermutung dürfte nicht zutreffen; die Belegformen passen nicht zu rtr. ruver m. 'Eiche', das in der Namenwelt Unterrätiens meist als Rufer( s) auftritt.

Deutung
Es spricht viel dafür, dass im Namen die alte Bezeichnung für den unter dem Rofaberg gegen Süden steil abfallenden Hang (heute Hala f. 'Halde, Abhang' genannt) weiterlebt. Ähnliche Steilhänge werden auch andernorts mit Rofa bezeichnet; man vergleiche das Rufabort Wartau (steiler Abfall im flach sich senkenden Gelände unterhalb Azmoos, am Rand der eigentlichen Rheinebene). Hinter diesem Rofa- steht artr. *rüöven m. 'Rain, Bord' (woraus rtr. röven [E], rieven [S]); die Form ging wohl als */r̊oven/ ins Deutsche ein, wo sie den Umlaut einbüsste (> */r̀oven/) und durch alemannische Weiterentwicklung (/-en/ > /-½/; /-v-/ > /-f-/) zu /r̀of½/ wurde. - In Rofaberg steckt also eine deutsche Verbindung 'Berg(gut) über *Rofa' vor uns, die zu einer Zeit gebildet wurde, als dieses *Rofa als Grundname noch lebte, also noch bevor es durch das deutsche Appellativ Halde (für denselben Hang) abgelöst wurde. Es ist dies bei weitem nicht der einzige Fall, wo ein romanischer Name nur noch in einem deutschen Kompositum weiterlebt, während der Grundname einer deutschen Übersetzung zum Opfer gefallen ist.

rüöven
Berg