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Lötrinen  (Eschen)


Unbekannt. Nicht sicher lokalisierbar, beim †Böschmad.

Historische Belege
1. H. 15. Jh. LÒotrinun (LUB I/2; S. 318): "ab dem Ḃosch mad, daz mit dem Haslar in vechsel gaut, stosset vorna an Sṫachenlis gt, hinda an ... mad, obna an die ~."

Wertung der historischen Belegform
Der Beleg aus dem Eschner Jahrzeitbuch lässt sich anderwärts nicht fassen; eine Prüfung der überlieferten Form ist daher nicht möglich. Sie scheint mit ihrer Endung -un auf ahd. Lautstand zurückzuweisen, könnte aber im Stamm vordeutsch sein. Die Betonungsweise ist nicht zuverlässig zu erkennen: /lötrnun/ (bzw. /-nen/, bzw. evtl. /l½tr-/)? oder /l̊otrinun/ (bzw. /-nen/)?

Deutung
Unsicher. Die Form erinnert äusserlich an dt. Latrine f. 'Abtritt'; dieses ist Lehnwort aus lat. LATR̅INA (REW 4930). Doch bleibt dies ganz ungewiss. - Vielleicht gar nicht Name, sondern mhd. Appellativ? Falls das Wort deutsch ist, läge der Ton angesichts der vorliegenden Form doch wohl auf der ersten Silbe, und -inun wäre damit (nachtonige) althochdeutsche Flexionsendung (Dativ Plural bei den femininen Abstrakta auf -̠‹, vgl. Braune /Mitzka 1959, § 228, Anm. 3: erweiterte Formen auf -̠‹n̠om, -̠‹num)?! Jedoch der Stamm? Man denkt an ahd. (h) l̠utar (adj.) 'lauter, hell' (wozu Abstraktbildung auf -̠‹, ahd. (h) l̠utar̠‹ f. 'Helligkeit, Lauterkeit'). Doch hängt alles von der richtigen Lesung der überlieferten Form ab.