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Hanabünt  (Eschen)
448 m; 758,15 - 231,20 5-G

h̄an½b̊¥nt (t- / —t- / —r ~ / fœr ~)
Flache Wiesen und Häuser im Dorf Eschen, nördlich der Heragass, zwischen Schinderliguet und Teschmacher.

Historische Belege
1. H. 15. Jh. Hannen b́untten (LUB I/2; S. 319): "ab Poprer bongarten, stosset an ~ vnd an die straus."
1. H. 15. Jh. Hannen b́untten (LUB I/2; S. 319): "ab dem Rain, stosset an ... wingarten vnd an ~."
1. H. 15. Jh. Hannen b́unt (LUB I/2; S. 324): "ab dem Rain, der da stosset an ~ vnd an des Verren wingarten."
1. H. 15. Jh. Hannen b́untten (LUB I/2; S. 344): "hoffstatt ... stosett ... an die lantstraus ze der andren sitten an die Haingassen, die man nempt Fals, anderswa an ~ ..."
1. H. 15. Jh. Hannen b́untten (LUB I/2; S. 370): "ab dem Rain, stosset an des Ferren wingarten vnd an die waid vnd ans ~."
Mitte 15. Jh. Hannen b́unt (LUB I/2; S. 340): "Britschen ... vornan an gass, obnan an ~"
Mitte 15. Jh. Hannen b́unt (LUB I/2; S. 349): "Popprer bongart, stost vornan an die strauß, ze der vndren siten an ~ ..."
1663 Hanabünth (AS 2/2; fol. 3r, Z 4): "... verspricht Jhr 100 Gulden Morgengab, so sie aúf der Hofstatt die ~ genant zú súchen habe ..."
1673 Hannen bündt (PfAE KR 1650; S. 48, Z 14): "... ein stuck gút in der ~ ... stost an die Landtstraß gegen dem Rein und gegen Veldkirch an ... vnd an den Fúoß weg ..."
1693 Hannen Bindt (AS 2/1; fol. 134r, Z 3-4): "... binth in Eschen, die ~ genandt ..."
1735 Hanen Pündt (AS 2/7; fol. 89v, Z 19): "Item ein stúck Heú Gúth in der ~ ..."
1780 Hanabündt (AS 2/22; fol. I 23v, 4. Sp. Z 21): "1 Heúgút in der ~"
1807 Hanenbünt (AS 2/22; fol. II 124v, 4. Sp. Z 8): "... Gút aúf dem Rohn in der ~ ... Abwärts [an die] Leimgrúb ... Bergwärts [an die] Rheinstraß."

Wertung der historischen Belege
Im ältesten Belegstadium heisst es meist artikellos "an Hannen b́untten", einmal "ans H. b.". Ab dem 17. Jh. wird dann der Artikel gesetzt ("die H. b.").

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 51: Hahnenbünt [i d¼r hanab̊unt].
Bilgeri 1974, 109, 398: Hahnenbünt. Zum Feldkircher Geschlecht Han. Für die Feldkircher Patrizier war der Weinhandel im 14. Jh. eine wesentliche Einnahmequelle.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der Ansatz von Ospelt 1911b ist insofern fraglich, als Glarner Güter nur für Mauren bezeugt sind; in den dortigen Belegen fehlt aber eine Form Glari.

Deutung
Wohl 'eingezäunte (Haus-)Wiese einer Person oder Familie namens Hahn'. Der Familienname Hahn war in Feldkirch verbürgert (s. o.). - Ein Bezug zur Tierbezeichnung Hahn m. dürfte damit nicht herzustellen sein.

Hahn
Bünt