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Ganada  (Eschen)
440 m; 757,8 - 229,5 4-I

gan̓ad½ (~ / —¾- / —m ~ / fœm ~) für Einzelparzellen; gan̓Šd½ (Å- / —Å- / —d½ ~ / fœd½ ~) für das ganze Gebiet.
Felder und Wiesen südlich des Dorfes Eschen, im Riet, an der Gemeindegrenze zu Gamprin, westlich des Schwarz Strässli.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1920, 72: Kanada [im ̅kan̠ada]. Der Name kam um 1867 auf, als über die britische Kolonie Kanada anlässlich ihrer Vereinigung zum Föderativstaat geschrieben wurde. Damals wurde diese Eschner Fläche an die Bürger verteilt.
Frick 1954, 132: Gańadateile. Übertragung des Namens des Auswanderungslandes Kanada auf neu zugeteilten, abgelegenen, unkultivierten Gemeindeboden. Abweichende Aussprache verhüllt den Zusammenhang etwas.
Stricker 1981b, 133: Ganada Wartau erinnert an Ospelts Kanada Eschen. Ersteres (mit Belegen bis 1543 zurück) hat sicher nichts mit dem Ländernamen zu tun; auch für Kaǹada Eschen und K̀anada Gams ist zu erwägen, ob nicht aus älterem (anderweitigem!) Caǹada mit erst sekundärer Angleichung an den Ländernamen. Möglicherweise lat. CAMINATA, rtr. chaminada f. 'Vorratskammer, Speicher'; CANNA 'Schilf' + -ATA fehlt in Graubünden, würde indes wenigstens bei Kanada Eschen (im Riet!) gut passen.

Besprechung der bisherigen Nennung
Ospelt führt alte Aussprache [hi̠n¼r] 'hinter(er)' mit Assimilation /-nd-/ zu /-̠n-/ an; diese (auch im mittleren Werdenberg normale) Aussprache liess sich bei heutigen Namen mit dem Lokaladjektiv mda. hinder nicht mehr fassen.

Deutung
Es bleiben zwei Möglichkeiten:
a) Artr. *cannada f. 'Röhricht, Schilf', (ansonsten nicht bezeugte) Ableitung zu rtr. canna f. 'Rohr, Schilf' ist weiterhin nicht grundsätzlich auszuschliessen (vgl. Stricker 1981b, 132: s. v. Ganada Wartau).
b) Scherzhafte Benennung nach dem Föderativstaat Kanada (siehe oben).

canna
Kanada