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Etschetlina  (Eschen)
4-G

Unbekannt. Gut an der Bölsgass, nicht genauer lokalisierbar.

Historische Belege
1701 Etschetlina (RA 11/7/2; fol. 37r, Z 2): "Anno 1701 ... ein aúgenschein gehalten wegen schon lang gestrittenen ~, vnd hat sich ganz klar erfúnden, dz dises Pünttelein bis dato dz Gotts[haus] S. Lúci nit verlohren ... stosset dises Püntlin gegen den Rhein an die gasß, Pühlsgasß genant ..."
1701 Etschelina (RA 11/7/2; fol. 37r, Z 2): "stosset dises Püntlin gegen den Rhein an die gasß Pühlsgasß genant ... Gehört dises ~ oder Pünttelein in dz Andre Örhi gúet."
~1701 Etschitlina (RA 11/7/2; fol. 24r, Z 6): "... ein stúckh in der ~ stosst ... abwerts an die Bilds Gasßen."
~1701 Litschadina (RA 11/7/2; fol. 24r, Z 6): "... stúckh in der ~ stosst ... abwerts an die Bilds Gasßen."
~1701 Litschadina (RA 11/7/2; fol. 22r, Z 2): "... ein stúckh gúet in der ~ stosst ... abwerts an die gasß, Pühls Gassen genant."
~1701 Litschedine (RA 11/7/2; fol. 3v, Z 14): "... ein stickhle gúet in Bilßpünd, ~ genant ..."

Wertung der historischen Belege
Die auffälligerweise auf das Jahr 1701 und auf eine einzige Quelle konzentrierte Belegreihe weist zwei Formtypen auf: /et̜setln½/ und /lit̜s½dn½/. Über ihr Verhältnis zueinander kann nur gemutmasst werden. Am wahrscheinlichsten scheint die Variantenbildung über eine Liquidmetathese (l-Sprung). Doch welches ist die Ausgangsform? Wäre primär von /et̜setln½/ auszugehen, dann könnte man in dessen gegentonigem Anlaut /e-/ agglutinierte deutsche Präposition in- sehen (entsprechend etwa Elawena Triesen < in Lawena). Dann verbliebe als «eigentlicher» Namenkörper ein /t̜s½tln½/, das wiederum als (alemannisiertes) «Reduktionsprodukt» von verschiedenen romanischen Ausgangsformen her interpretiert werden könnte, namentlich im Bereich des /t̜s-/, ferner eines allfälligen Nasalausfalls in der Vortonsilbe (< */t̜s½nt-?) sowie einer möglichen Synkopierung (/-tln½/ < */-t½ln½/?). Wäre umgekehrt vom Typ /lit̜s½dn½/ auszugehen, dann schiene wiederum keine überzeugende romanische Anknüpfung in Sicht. - Zu viele offene Fragen für einen zuverlässigen Deutungsversuch. Erwähnt sei immerhin eine urkundliche Form aus Medels (Rheinwald), 1606 Schattlynis Boden, deren Erstglied zu oben erwogenem /t̜s½tln½/ formal passen würde - kaum allerdings zu der von RN 2, 834 hierfür vorgeschlagenen Verbindung mit einem Familiennamen Schättlin (urk. 14. Jh., Vintschgau).

Deutung
Unbekannt. Es sind keine genügend überzeugenden Anknüpfungen in Sicht.