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Tid, uf -  (Vaduz)
780 - 950 m; 759,0 - 225,0 5/6-M/N

¥f t̓Œd
Waldhang nordöstlich des Dorfes, nördlich der Parahalda, westlich unterhalb des Moggawalds.

Historische Belege
1530 Thèyden (RA 10/2/8/2/1; fol. 4r, Z 3): "... vff paiden ~, ob des Grippels Weg, krad hinaúff von des Jägers Platz, dem weg nach biß jn die Eýben Egkh, vnd der Eýben nach wider herab, jn die Rüffi ..."
1607 Dith (RA 10/2/8/2/10; 1r, Z 18): "Jtem mehr ain bann Holtz aúff der obern vnd vndern ~, stosst aúffwerth dem landt nach aúf die Eckh hinaúß, gegen dem Stein ahn Platz Wiß vnd der Eckh nach ahn Dith Rifi, vnd soll die vnder ~ gehn biß ahn den alten Widhag ..."
1642 D̀ydt (RA 10/2/8/3/24; 1r, Z 24): "~, vnd die Müggen Waidt, dz Ban Holz, ob Vaduz."
1797 Died (RA 32/1/75; 4r, Z 11): "... der ~ oder Dieg Wald von der Line in Jrogellen Büchel bis hienaúf."
1797 Dieg Wald (RA 32/1/75; 4r, Z 11): "... der Died oder ~ von der Line in Jrogellen Büchel bis hienaúf."
1798 Dieg Wald (SchäU 222; 1a): "Der ~ bis an die Höche und bis auf die Line in Irogellen Büchel hinunder".

Wertung der historischen Belege
Die Belege liefern keine vertrauenswürdigen Erkenntnisse. Die (pluralische) Form The̮yden von 1530 könnte als hyperkorrekte Schreibform mit nhd. Diphthongierung (für gesprochenes /-i-/) aufgefasst werden; dies erschiene wahrscheinlicher als die Annahme eines alten Diphthongs, dessen sekundäre Reduktion (zu /-i-/) jedenfalls schwieriger zu erklären wäre. Die teils entstellten jüngeren Formen gestatten keine weiteren Schlüsse.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 107: Tid, auf - [uf t̠‹d].
Nipp 1911, 37: Tid: wohl identisch mit Titt bei Chur. Möglicherweise vorrömisch.
Nipp 1924, 103: Tid.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipp verbindet unser Tid mit Titt Chur (Fettwiesen am unteren Mühlbach, heute überbaut). Ein Zusammenhang ist nicht unmöglich; es sind aber auch andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Deutung
a) In Graubünden findet sich eine Gruppe ähnlicher Namen (Titt Chur, Tit Veulden, Schiers, Tect Savognin, Bravuogn, Tait Lantsch, Surava, Teit Sagogn), in dem Schorta ein altes vorrömisches Wort mit ähnlicher Bedeutung wie vorröm. *GRAVA 'Kies', rtr. grava f. 'Flussgeschiebe, Geröll', vermutet (vgl. RN 2, 865, ferner Schorta 1941, 100). Ein Anschluss unseres Namens an diese Reihe ist sprachlich möglich und wäre auch sachlich einleuchtend: am Rande von Tid verläuft die Geschiebe führende Tidröfi.
b) Tid kann freilich auch das jüngere Ergebnis eines Kürzungsvorganges an einem ursprünglich mehrsilbigen, vielleicht romanischen Namen sein: ein sogenannter Rumpfname (vgl. Stricker 1981c, 39f.) zum Beispiel aus einer Vollform *Matida (vgl. Matida Triesen) könnte genau zu diesem Ergebnis führen (Abfall der unbetonten ersten Silbe Ma- sowie des Auslautvokals -a). Eine Festlegung auf eine bestimmte Ausgangsform ist hier natürlich nicht möglich.