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Schalun  (Vaduz)
862 m; 758,85 - 224,33 5-N

Unbekannt. Burgruine nordöstlich oberhalb des Dorfes, südlich der Rappasteinröfi. Örtlich identisch mit Wildschloss.

Historische Belege
1237* Schalun (LUB I/1; S. 96): ("Vol de ~")
1396 Schalûn (LUB I/2; S. 242): "£lrico de ~"
1516 Schallun (GATb U 32; 6a): "hinnach býss in ~ in die Ruchi ..."
1516 Schall̞un (U 48; 6b): "... Zn hinnach biss in Schalln in die Rchi vnnd darnach wider vff die HÓohi in den háochstenn Gratt"
1721 Schallon (Heber-Karte): "~ das alte Schlos Wildburg"

Wertung der historischen Belege
Das bei Vincenz 1983, 118 aufgeführte †Schalun Buchs ist dort aufgrund des vereinzelten frühen Belegs unsicher: gehört es nach Vaduz?

Bisherige Deutungen
Hopfner 1910, 182: Schalun. Zu SCALA? Eher SCALONA oder -INA, wenn schon dieser Stamm. Könnte aber auch keltisch sein. Wenn ESCA > ESCANA, analog auch aus dem Diminutiv ISCALA 'Bächlein' > ISCLANA 'der Ort am Bächlein'; das Wort ist oft zu Ortsnamen verwendet worden, so in Schlins (ESCLIENE); aber auch Schalun kann daraus werden, wie Trisun < TRISANNA. Der Bach zwischen Schaan und Vaduz hätte dann, wie alle andern Gewässer Liechtensteins, einen keltischen Namen.
Ospelt 1911, 96: Schalun [s w“ld ̜sl¡¹s], selten: [̜sal̓u].
Nipp 1911, 87: Schalun. SCALONE? Dann wohl von einem stiegenartigen Weg zum Schloss. Der Schollberg am Gonzen wird mit ziemlicher Sicherheit von SCALA abgeleitet, auch Maschalun Flums gehört wohl hierher, und bei Schalär Murris ist das Terrain terrassenförmig.
Nipp 1924, 103: Schalun.
Hopfner 1928, 157: Schalun. Dürfte entstellt sein und kelt. SAL-̂U(N) 'Weidealpe' weiterführen, vgl. auch das nahe Salum( s).
Broggi 1971, 26: Schalun.
Vincenz 1983, 118f. Schalun. Vorröm. *SIL- 'Wasserrinne, Fluss' + -ONE, belegt in Schilun (Stierva). Nipp aber denkt an lat. SCALA 'Treppe, Leiter' + -ONE 'stiegenartiger Weg zum Schloss'; dies ist lautlich möglich, doch Ableitungen zu SCALA mit lat. -ONE sind in RN 2 nicht belegt.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Eine plausible romanische (d. h. jüngere) Herleitung macht die Rückführungsversuche auf das Keltische (Hopfner 1910, 182: kelt. ISCALA 'Bächlein' > ISCALANA?; Hopfner 1928, 157: kelt. SAL-̂U[N] 'Weidealpe') entbehrlich. Mutmassliche Parallelen zu unserem Namen aus der Innerschweiz sind Schalun Muotatal, Schalunweg Gersau (Vincenz 1983, 118 ohne Quellennachweis). Auch Maschalun Flums (Nipp 1911, 87) liesse sich als *munt schalun deuten. Das von Nipp ebenfalls erwähnte Schalär Wartau dagegen gehört zu artr. schaĺer m. 'Keller' (Stricker 1981b, 406f.). Zu dem von Hopfner 1928 fälschlicherweise herbeigezogenen Typ Salum( s) siehe im Lexikonteil s. v. sulom. Mit dem Ausweichen auf ein vorröm. *SIL- 'Wasserrinne, Fluss' + -̂ONE (so Vincenz 1983, 119 für urkundliches Schalun) dürfte keine höhere Wahrscheinlichkeit zu erreichen sein, auch wenn Schilun Stierva in RN 2, 312 dorthin gestellt wird.

Deutung
Ein artr. *scalun( a) m. (f.) 'grosse Treppe' (vielleicht auch bezogen auf Geländeabstufungen) nach dem Vorschlag von Nipp 1911 (SCALONE) ist annehmbar. Dass für Graubünden keine augmentative -̂ONE-Ableitung zu SCALA nachzuweisen ist, vermag den Ansatz kaum in Zweifel zu ziehen: belegt ist immerhin mit Schlutta Sevelen ein begrifflich entgegengesetztes Diminutiv auf -¬TTA (synkopiert aus */̜s½l̀uta/ < SCALA + -¬TTA).

scala
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