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Pradafant  (Vaduz)
460 m; 757,40 - 223,65 4-O

pŕad½f̀ant (s ~, ̠p- / —s ~, —̠p- / —m ~, —r ~ / ¥s¼m ~, ¥sd¼r ~)
Häuser, Wiesland und Strasse nördlich des Dorfes, südlich der Lochgass, zwischen Quäderli und Bartlegrosch.

Historische Belege
1482 Bradafant (SchäZ 13; 14b): "... Zinnst Ab ainem Stuckh gueth Zue Vadutz im ~ ..."
1604 Brada̞uant (U 61; 9a): "... Stuckh guet Zue Vadutz in in ~ gelegen, stost gegen Dem Berg an Die Landtstrass Auffwert Dem Landt nach, vnnd gegen Dem Rein an Amman Hainrich Quaderer, vnnd abwert Dem Landt nach an Hannss Fuetscher ..."
1607 Pradafant (RA 10/2/8/2/10; 2r, Z 16): "Jtem, mehr Ein aw beim alten Wúehr beim Loch vnder ~."
1616 Bradauant (SchäUrb 117; 25a): "Hannss Jeger Zu Vadutz Zinset Ab ainem stuckh guet In ~, stost aufwerth gegen dem Berg an die Landstrass ..."
1664 Bradafant (PfAS Urb 1664; 16r, Z 3): "Adam Jäger zú Vadúz zinset ab einem stúckh gúeth in der ~ gelegen, stost berghalb an die Landtstrasß."
1677 Pradàuant (AS 2/1; 94v, Z 32): "... ab vnßerm aignen ackher in ~ gelegen ..."
1692 Bradafant (AS 1/3; 15r, Z 3-4): "... die mägerý sambt dem obs wax in der ~ ..."
1706* Pradafanth (PfAS Urb 1706; 100r, Z 4): "Adam Willi zúe Vadúz ... ackher in der ~ ..."
1719 Pradavand (AS 2/4; 42r, Z 12-13): "Einen ackher in ~ ..."
1720 Pradavant Ackher (AS 2/4; fol. 47v, Z 27): "... der ~ geschatzet per 160 Gulden."
1727 Bretefant (AS 2/6; 1v, Z 10): "... in der ~ zú Vadúz ..."
1727 Bratavant (AS 2/5; 168r, Z 27): "... ein Stückl beý der aúsßern ~-Stapffen"
1728 Braten fandth (AS 2/3; 107r, Z 9): "... gibt der Franz Walßer von Schaan dem Johannes Wachter von Vadúz sein aigen Stúckh Ackher im ~ gelegen stost ... abwehrts an das únter Pfrúnndtgúett St. Florini genant ..."
1766 Bradavant (AS 2/15; I 60v, 4. Sp. Z 9-10): "... Baú- únd Heúwachs im Qúäderle oder ~."
1784 Pradafandt Aeckerle (RA 45/1-2; fol. 3r, Z 10): "... das ~ ..."
1784 Pradafant (PfATb Urb 1784; 210r, Z 9): " Baúm- únd Heüwachs im Qúöderle oder ~ gelegen ..."
1803 Pradawant (PfAS Rodel 1803; 18v, Z 24): "Antoni Ospelt ... aûf ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Die heutige Aussprache wird von den Belegen seit Beginn wiedergegeben. Im 17. Jh. erscheint der heutige Frikativ -f- gelegentlich noch mit -u- (für das ältere rom. -v-), im 18. teils mit -v- und 1803 mit -w- geschrieben; ob damals noch eine Sprechform mit /v/ bestand, erscheint allerdings als unsicher.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 85: P( B) radafant [ir pradaf̀ant].
Nipp 1911, 53: Pradavant, Bradafant. [Rtr.] Pra davant 'Vorderwiese'.
Nipp 1924, 103: Pradafant.
Tiefenthaler 1968, 59: Pradafant. Zu lat. PRATUM, rtr. pra, prau 'Wiese' + lat. DE ABANTE, rtr. davant 'davon, vor, vorder, vorne'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Die Deutung als 'vordere Wiese' trifft zu.

Deutung
Artr. pra( u) d'avant m. 'vordere Wiese'. Der Name erscheint auch als †Pradafant Balzers. Die Wiedergabe von rom. /-v-/ als stimmloses /-f-/ im Alemannischen ist normal. Die Verbindung erscheint im alträtoromanischen Raum häufig; vgl. Pradafant Maienfeld, Jenins, Küblis, urkundlich Bradafant Nenzing.

pra(u)
avant