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Ladura  (Vaduz)
4-O

Unbekannt. Weinberg im Gebiet Iratetsch.

Historische Belege
1482 Ladura (SchäZ 13; 11b): "... Weingartten Zue Vaduz in ~ gelegen ..."
1584 Latura (RA 12/2/1/18; 1v, Z 15): "Ein Stückhle Weingarten in Retitsch in ~ genandt zú Vadútz gelegen, ledig, besiglet 1584 ..."
1584* Latt̀ura (RA 12/2/1/7; S. 23, Z 11): "Hannß Frúmolt der Júng zú Schaan zinnsst ... ab seinem Weingartten in ~ gelegen... anno 1584."
1589 Ladunen (SchäU 82; Z 6): "... Weingarten in ~ gelegen Zu Vaduz ..."
1604 Ladura (U 61; 15a): "... Weingarten Zue Vadutz in ~ gelegen, Dessen ietzige anstöss Erstlich gegen Dem Berg, stost Er an Peter Hiltin, Auffwert dem Landt nach an Fridlin Maurer, Gegen Dem Rein an Stephan Frumoldts Erben, vnd Abwert dem Landt nach an Adam Grüschlinss Erben ..."
1616 Ladura (SchäUrb 117; 21a): "Hanns Marxer Zu Schan Zinset ab seinem Weingarten Zu Vadutz in ~ gelegen ..."
1664 (1589) Lad̀ura (PfAS Urb 1664; 11v, Z 12): "... weingarthen zú Vadúz in ~ gelegen ... besiglet 1589 ..."

Wertung der historischen Belege
Die Form Ladura ist seit der Erstnennung 1482 praktisch fest (selten auch Latura); sie vermittelt aber ganz den Eindruck, sie könnte im Anlautkonsonanten verändert oder allenfalls gar gekürzt worden sein; in letzterem Fall würde sie in die Kategorie der sog. «Rumpfnamen» gehören (wozu allgemein Stricker 1981c, 39f.). Allerdings liesse sich ein verlorener Namensteil natürlich nicht mit Sicherheit rekonstruieren.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 67: †Lattura, Ladura.
Nipp 1911, 109f. Ladura. Wohl zu ladar 'düngen', Ableitung auf -tura.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Eine Ableitung auf -̂URA zu rtr. ladar 'düngen', wie Nipp sie vorschlägt, ist nicht zulässig.

Deutung
Wohl zu rtr. ruttüra (E), ruttira (S), f. 'Bruch, Riss', das hier wohl in der auf den Ackerbau bezogenen Bedeutung 'Neubruch, Umbruch' anzusetzen ist. Das Wort ist appellativisch im älteren Rätoromanischen gut bezeugt; heute ist es (gegenüber ruottadüra [E], ruttadira [S]) weitgehend geschwunden (gemäss Mat. DRG). In Geländenamen ist der Typ indessen gut vertreten; praktisch immer bezieht sich die Bezeichnung auf Acker- oder Wiesland, in einem Fall, urkundlich 1475 Raturis Fläsch, auf einen Weinberg. Dies lässt mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen Zusammenhang des Toponyms mit dem Pflügen schliessen. Der bei †Latura im Anlaut anzusetzende Liquidwechsel (*/r-/ > /l-/) hat bei den bündnerischen Reflexen verschiedentlich stattgefunden, man vergleiche Rutira (auch Lutira) Traun, Lutoira Lantsch, Latura Luzein. Als ursprünglichere Form wäre damit †Latura (statt des in der Belegreihe vorwiegenden †Ladura) anzunehmen.

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