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Lusischboda  (Triesenberg)
1790 m; 765,20 - 219,10 12-S

l̄¥s—̜sb̀œd½ (ts ~ / ¥fts ~ / ¥fts ~ / abts ~)
Weidhang im Hochtal Malbun, östlich des Gebiets Jöraboda, zwischen Schlucherrüfi und Geha, mit Legföhren.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 130: Lusisboden [s lu̜sisb̀œda] (sic).
Beck 1953, 53: Lusischboden. Vgl. Lusiswald in Davos, dort heisst Lusi 'steiler Hang, Bort', möglicherweise gleiche Bildung wie Bärgisch Wäsa.

Volkstümliches
Wohl in Zusammenhang mit der Einzelsennerei.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der von Beck angeführte Name Lusiswald in Davos gehört zu einer Flur Lusi und wird sowohl bei Laely-Meyer 1990, 184 als auch im RN 1, 244 ohne Genitiv-s mit Lusiwald wiedergegeben. Die Flur Lusi wird von Laely-Meyer 1990, 183 zu Lusi f. 'Unordnung, Unruhe, Durcheinander' gestellt, eine Flur Luusbode wird loc. cit. zu nhd. Laus f. gestellt und etwa mit 'Boden, auf welchem Pflanzen wachsen, die viele Läuse aufweisen' gedeutet. Diese Deutungen scheinen für unseren Namen wenig plausibel.

Deutung
Die Namendeutung bereitet Schwierigkeiten:
a) Wohl (wie Beck 1953 vermutet) genitivische Verbindung zweier Flurnamen oder Appellativa; vgl. auch Bergleswes Schaan: Für das Bestimmungswort Lusisch- ist wohl mhd. l̠uz( e) f. 'Versteck, Lauer' anzusetzen; dieses findet sich im Schweizerdeutschen als L̠uss f. 'Lauer, speziell auf Hasen' (vgl. Id. 3, 1455). Lusischboda wäre demnach 'ebene Fläche am Berghang, auf welcher auf der Lauer gelegen wird'. Zum Genitiv des Bestimmungsteils Lusisch- vgl. auch Bergleswes Schaan und die Bemerkung bei Sebiboda.
b) Äusserlich besteht der Anschein eines Kompositums /Personenname + Boda/. Die Aussagen der Gewährsperson zielen in dieselbe Richtung. Allerdings ist ein Personenname Lusi nicht bezeugt.
b) Für das Wallis wird das Appellativ L̠use( n) f. 'saumselige, langsame, nachlässige, charakterlose Person' verzeichnet (Id. 3, 1456). Eine Zuordnung zu diesem, lautlich möglich, wird kaum in Frage kommen.
c) Ebenso abzulehnen, sachlich und lautlich (Quantitätsunterschied beim Tonvokal), ist alem. Luss n. 'durch das Los bestimmter Anteil an Grund und Boden' (vgl. Id. 3, 1455).

Luss
Boden