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Litzi  (Triesenberg)
780 m; 759,4 - 220,6 6-R

l̀Œts— (t ~ / ”t ~ / ”r ~ / ¥sd¼r ~)
Wiesen und Häuser westlich unterhalb von Üenaboda, nördlich der Leitawis; umfasst auch die Gebiete Müli und Bim Bach.

Historische Belege
1706* Lize (PfAS Urb 1706; fol. 77v, Z 1): "Johannes Schedtler in der ~ ..."
1707 Lizi (AS 1/3; fol. 100v, Z 16): "Jörg Frúmelt in der ~ [bezahlt] ..."
1710 Lizin (PfAS Urb 1710; fol. 17r, Z 10): "... Ein stúckh guet in der ~ genant gelegen ..."
1719 Litze (AS 2/4; fol. 54v, Z 11): "... beÿm haúß in der ~ gúth únd stall ..."
1723 Lützi (AS 2/5; fol. 45r, Z 10): "... Anna Frúmeltin ... ob dem Triesnerberg in der ~ ..."
1726 Lize (AS 2/3; fol. 36v, Z 18): "Joseph Eberle Mühler in der ~ ..."
1737 Lizi (PfAT Urb 1; S. 78, Z 16): "Hans Lampert aúß der ~ ..."
1810 Litza (GAT 5-10; fol. 2v, Z 10): "Das hintere Stuck Gút únter Leiten-Wiese gegen der ~."
1811 Letze (PfAS Rodel 1811; fol. 34r, Z 10): "Johannes Böck Martins Sohn in der ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Der Tonvokal /-i-/ ist in der Belegreihe, mit Ausnahme des Beleges von 1811, unbestritten (-ü- im Beleg von 1723 zeigt unechte Labialisierung von -i-); eine Zuordnung zu Letzi f. ist also bereits aus lautlichen Gründen auszuschliessen.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 69: Litze [i d¼r litsi].
Beck 1953b, 215: Litzi. Litzi ist ein Bergwort für 'Schattenseite'.
Beck 1961, 37: Litzi. Litzig heisst am Triesenberg 'schattenseitig'.

Besprechung der bisherigen Nennung
Gemäss Ospelt handelte es sich um mehr als einen Scherm. Ospelts Aussprache lehnt sich bei beiden Namenteilen an die Talmundart an.

Deutung
Abgegangenes mda. Litzi f. 'von der Sonne abgewendetes Gebiet; Schattenseite', Verbalabstraktum zu tr. litzen 'falten, stülpen, umbiegen, umlegen, aufrollen'.

litzen