Alle Gemeinden Balzers Triesen Triesenberg Vaduz Schaan Planken
Eschen Mauren Gamprin Schellenberg Ruggell  
Namensuche      Liste
Leitawis  (Triesenberg)
770 m; 759,4 - 220,4 6-R

力t½ẁŒs (~ / ¥f ~ / ¥f ~ / ab ~)
Wiesen und Häuser an der Gemeindegrenze zu Triesen, südlich der Litzi, mässig steil.

Historische Belege
~1618* laithenwiss (LUB I/4; S. 426): "... gúeth aúff ~ am Trisnerberg dem landt nach, aúfwerth an die allmain ..."
1666* Läta Wiß (PfAT Urb 1; S. 72, Z 3): "... haúß vnd hoff aúf ~ ..."
1725 Leitenwieß (AS 2/5; fol. 118r, Z 16): "... ein Stückle Ried aúf ~ ..."
1728 Leitha Wiß (AS 2/6; fol. 51v, Z 4): "... den halben Theill an der bünen am Wangner Berg vnd aúf ~"
1729 Leitewiß (AS 2/3; fol. 156v, Z 7): "... vmb seinen Trittel aúf ~ ..."
1733 Leitenwiß (AS 2/7; fol. 39v, Z 7): "... Gúet aúff ~ gelegen beÿ der Mihle ..."
1810 Leiten-Wiese (GAT 5-10; fol. 2v, Z 9-10): "... Gút únter ~ gegen der Litza."

Wertung der historischen Belege
Die Belegreihe zeigt, mit Ausnahme des Belegs Läta Wiß von 1666, welcher die talmundartliche Entsprechung von mhd. ei wiedergibt, durchgehend für Triesenberg lautgesetzliche Beibehaltung von mhd. ei.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 68: Leitenwies.
Frick 1955, 83: Leitenwies. Leite < mhd. l̠‹te 'Bergabhang, Halde'; das Wort ist vor allem in Österreich und Südtirol häufig.
Beck 1961, 40: Leitawies. Leita, Leiten ist im Ostalpengebiet gleichbedeutend mit 'Halde'.
Frick 1974, 41: Leitenwiese. Leiten < mhd. lite 'Abhang, Halde'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Die Deutungen von Frick und von Beck sind abzulehnen, da im Alemannischen aus /-̠‹-/ in mhd. l̠‹te lautgesetzlich nicht /-ei-/ entstehen konnte: mhd. ̠‹ bleibt in allen Liechtensteiner Mundarten undiphthongiert. Mhd. l̠‹te hat z.B. (mit Labialisierung von /i/ zu /ü/, bzw. über sekundäre Angleichung an die mda. Entsprechung von nhd. Leute) den Flurnamen Schöna Lütan Egga ergeben.

Deutung
Zu mda. Leita f. 'Wasserleitung': 'Wiese, durch die eine Wasserleitung verläuft'. Das Wasser dieser Leitung hat der das Gebiet durchfliessende Mülbach geliefert; allenfalls ist mit der «Leite» auch der Mülbach selbst gemeint, der vielleicht künstlich durch dieses Gebiet geleitet wurde. Das Appellativ Wasserleite f. ist für das Oberwallis als jüngere Entsprechung für Suen f. bezeugt; in Avers finden wir einen Flurnamen Wasserleiti.

Leite
Wiese