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Kulm1  (Triesenberg)
1472 m; 761,15 - 221,25 8-Q

̅k¥lm (d¼r ~ / ¥fd½ ~ / ¥f¼m ~ / ab¼m ~)
Übergang des Rheintals in das Saminatal, oberhalb des Alten Tunnels. Teilweise wird auch der gesamte Berggrat zwischen Saminatal und Rheintal mit Kulm bezeichnet.

Historische Belege
1378 Gulmen (LUB I/4; S. 90): "stukk vnd Gt genant Schedlers boden, Vnd den Wald daran gelegen, her vs vntz an Palbúner Tryen. Vnd dannenhin den Tryen vffhin, vntz vff den ~"
1406* Gulmen (LUB I/4; S. 162): "Schedlers boden ... vormals gangen ... untz uf den ~"
1493 Gulmen (GAT U 22; Z 10): "... heruss vntz an palbner troˆyen vnd dannenhin den troyen vffhin vntz den ~ ..."
1516 gulman (U 46; Z 32): "... wisflecken darvªm derspan hinderm grat des ~ hinab ist ..."
1516 gulman (GAS U 8; Z 32): "... hinderm grt dess ~ hinab ..."
1516 Gulmann (AlpAV U 17; fol. 1b): "... der Wyssfleckhen darum der span hinderm grad dess ~ hinab ist ..."
1516 gulmen (GAT U 21; Z 3): "... das holz enhalb dem ~ ..."
~1520 gulman (LUB I/4; S. 323): "hinderm ~ gelegen"
1602 gulmen (SchäU 114; Z 5): "... welcher der negst ahm ~ oben ..."
1610 G̀ulmen (GATb U 24; Z 7): "... Ain Stuckh gúet genant der Haÿdtbúel, hinder dem ~ gelegen ..."
1615 Gulmen (GATb U 21; Z 13): "... vff den ~ ..."
1616 G̀ulmen (GATb U 16; Z 6): "... Ein stúckh Wald hinder dem ~ gelegen ..."
~1618* G̀ulmen (LUB I/4; S. 341): "Kohlholcz hinderm ~, stost aúffwerth an MilboonerweÇeg"
~1618* Gulmen (LUB I/4; S. 342): "hölzer was jhenet dem ~ im gebürg ist"
~1618* Gulmen (LUB I/4; S. 360): "Die aigenthumbliche Alpp hinder ~, Mayensäss, vndt Alpp in einem einfang ... davon zünsen der zeith die Trisnerberger"
1640 Gullmen (RA CXLV 1639-1648; S. 18, Z 9): "Aman Adam Walser fürsprech der gemaind Trisen bringt für die von Trisen begeren von den Trißnerberger zu wissen, wer Ihnen B[eklagte] sovill gewaldt geben habe daß sÿ so wüestlich wider der Trißner brief vnd Sigel, in den wäldern hinder dem ~ hausen vnd dieselben also entblössen, daß entlich Ihnen auch die vor dem ~ wurden darauf gehen ..."
1652 Gulmen (AlpAV U 8; fol. 1b): "... zum grossen Steeg hinder dem ~ gelegen ..."
1652 G̞ulmen (GATb U 6; Z 13): "... Steeg hinder dem ~ gelegen ..."
1652 Kulmen (LUB I/4; S. 243): "zum grossen Steeg hinder dem ~ gelegen"
1653 G̀ulmen (AS 1/1; fol. 63r, Z 4): "... Verhörtag gehallten worden Contra den Trisnerberger wegen Eines Waldts hinder dem ~"
1653 Gulmen (GATb U 27; Z 5): "... hinder dem ~, Zwischen Vnser Alp Zükhen, vnd Vallünen ..."
1681 G̀ulmen (AS 8/1; fol. 5r, Z 6): "Einnemmen Gellt von Fisch Wasßer. ... Der Fischbach hinder dem ~ ist diß Jahr nit verlichen worden ..."
1683 G̀ulmen (GAS U 53; fol. 2a): "... 1680 ein Jegerhas hinder dem ~ beÿ dem Steg ..."
1684 G̀ulmen (GAS U 56; fol. 1a): "... wegen des erst Neuwerlich erpauwten Jägerhaúses hinder dem ~ ..."
1684 Gulmen (RA 28; fol. 1a): "Auss wein hinder ~ erlässt"
1690 Golmen (GAS U 146; fol. 1a): "... der Alp Gúschg hinder dem ~ gelegen ..."
1699 Golmo (AS 2/1; fol. 138v, Z 15): "... gúeth im Angerschein gelegen stost ... aúffwärth gegen dem ~ ... an Thoma Büehler ..."
1719 Collmar (AS 2/4; fol. 45v, Z 26): "... zweÿ kúhweidt hinder dem ~ ..."
1721 Culmen (Heber-Karte): "Auf dem ~"
1726 C̀ulmen (AS 2/3; fol. 43r, Z 18): "Antoni Beck von Triesen verkaúfft dem Johann Schedler, Peters Sohn, ob Jonaboden seine 2 Kühe Waiden hinterm ~ beÿ dem Steg ..."
1778 G̀ulmen (RA 44-4; fol. 1r, Z 23): "... den halben aúfzúg vnder dem ~."

Wertung der historischen Belege
Die ganze Belegreihe zeigt eine Form /k̀ulm¼n/ (bzw. /g̀ulm¼n/, während die heutige Sprechform /k̀ulm/ lautet. Nipp 1911 gibt noch [k̀œlm½]; ob seine Erklärung des auslautenden -½ zutrifft (siehe unten), scheint unsicher.

Bisherige Deutungen
Hopfner 1910, 179: Kulm. lat. CULMEN, ital. colmo 'Spitze, Kuppe'.
Ospelt 1911, 50, 129: Kulm [d¼r, ufm k̀œlma] (alem.), [d¼r, ufm kulm] (walserisch).
Nipp 1911, 27: Kulm, Gulmen [dr kulm] am Trb., [dr kœlma] im Land]. Das -a in [kœlma] ist wohl durch Analogie aus dem deutschen Akkusativ entstanden.
Ospelt 1920, 82: Kulm [̜stŠg¼r ̅kulm].
Zösmair 1923, 18: Kulm. Verkürzung von lat. CULMEN 'Gipfel, Spitze'.
Nipp 1924, 102: Kulm.
Hopfner 1928, 158: Kulm. Lat. CULMEN 'Gipfel'.
Frick 1952b, 69: Kulm.
Tiefenthaler 1968, 145: Kulm. Zu lat. CULMEN 'Gipfel', rtr. cuolm, cuolmen 'Bergübergang, Maiensäss, Bergwiesen'.
Stricker 1974, 120: Gulmen. Lat. C¬LMEN 'Gipfel', rtr. cuolm, cuolmen (E) 'Bergübergang', cuolm (S) 'Maiensäss, Bergwiesen, Berg(übergang)'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Die Herkunft ist richtig erkannt. Bereits das Rätoromanische kennt cuolmen und cuolm nebeneinander.

Deutung
Rtr. cuolmen, cuolm (E) 'Bergübergang', cuolm (S) 'Maiensäss, Bergwiesen, Bergübergang, Berg', m. Die Bedeutung 'Bergübergang' ist für den bezeichneten Ort offensichtlich. Der Worttyp ist über alle romanischen Sprachen verbreitet; der Terminus fand auch Eingang ins Alemannische als Gulm m., Kulm( e) m. 'Höhenkuppe, oberste Bergkuppe'. Als Name erscheint cuolmen (allein) in Deutschbünden kaum, in Unterrätien dagegen recht häufig: Gulms Grabs, †Golm Frastanz, Gulma Brand, Nenzing, Gulm Satteins, Bürs, Lorüns, Tschagguns, Gulm und Gülm Übersaxen (Gülm als dt. Pluralbildung?!). - Mit Kulm wurde früher, nach den Kontexten zu den urkundlichen Belegen zu schliessen, der ganze Gebirgszug vom Chrüppel bis zum Alpspitz bezeichnet.

cuolm