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Färcha  (Triesenberg)
1400 - 1600 m; 760,3 - 222,6 7-P

f̓Šr¿½ (t ~ / ”t ~ / ”r ~ / ¥sd¼r ~)
Wieshang im Maiensäss Silum, östlich oberhalb des Gebiets Tela, südlich der Lattahöhi, steil, teilweise bewaldet, vom Weg von Gaflei nach Silum durchquert. Vgl. auch †Ferchenbünt.

Historische Belege
1516 Pferich (GATb U 32; fol. 6a): "Von Kaÿsers boden an ~ an die getter vnd demselben Zue ..."
1611 ferchen (GATb U 28; Z 9): Salums "... Abwerdts dem Land nach An die ~ gegen dem Berg An die Alpp Brgeÿlin ..."
1611 Ferchen (GATb U 28; Z 11): "... biss In das ~ thürlin ..."

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 37: Ferchen, Ferchenbünt.
Beck 1952, 264: Färcha. Evtl. besteht ein Zusammenhang mit Forche 'Föhre', das rote Kernholz von Lärche und Föhre heisst in Triesenberg Färch. Oder 'Pferch'? Die Stelle scheint dafür nicht sehr geeignet.
Broggi 1978, 213: Ferchen. Stützt sich auf Beck 1952.

Volkstümliches
Eine «Färcha» ist ein Baum.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der vermutete Zusammenhang mit Forche ist abzulehnen; weder Id. noch Jutz führen eine Lautung mit /̠‰/ oder /̠Š/ an. Broggi 1978 leitet aus Becks Interpretation fälschlicherweise ein Triesenberger Appellativ Färcha 'Föhre' ab. Die Föhre heisst in Triesenberg [f̀œr½] f.

Deutung
Zu dt. Pferch m. 'Schafstall; eingefriedeter Platz für Vieh; durch zwei Zäune gebildete Gasse, durch welche das Vieh von der Alphütte auf die Weide oder zur Tränke geht; schlechter, baufälliger, enger Stall; Heugemach'. - Lautlich wäre eine Entwicklung von mhd. forhe f. 'Föhre' zu mda. [f̓Šr¿½] nicht zu erklären, wogegen die Entwicklung von von mhd. pferrich m. 'Einfriedung' zu mda. [pf̠Šr¿], Pl. [pf̓Šr¿½] und zur heutigen Lautform gesichert ist. Es sind in der Nachbarschaft vergleichbar: Fäärich Tschappina, Färich Davos, Färich Tenna, Pferrig Dalaas, Pferrig Vandans, Ferricht Damüls; ferner, mit gleicher Entwicklung wie bei uns: Färch, Färcha Avers, Fercha Laterns, Ferchen Urnäsch.

Pferch