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Zagalzel  (Schaan)
450 m; 757,40 - 226,53 4-L

ts—g̓altsÆ, jünger ts½g̓altsÆ (~ / —s ~ / —m ~ / fœm ~)
Wiesen, Häuser und Strasse nordöstlich des Dorfes, zwischen Äscherle und Besch. Die Strasse verbindet Eschner Strasse und die Strasse Im Äscherle; der Strassenname wird offiziell mit Präposition (Im Zagalzel) verwendet.

Historische Belege
1482 Gagel Ziel (SchäZ 13; fol. 8a): "... Ab ainer Bündt in ~, gegem Berg ahn die Landstrass ..."
1482 Galgel Ziel (SchäZ 13; fol. 15a): "... Bündt in ~, Stost gegen Berg An die Landtstrass Ist Abwerts Ain Spitz Bündt ..."
~1510 gagalzil (LUB I/4; S. 257): "acker in ~, jn schanerveld gelegen Stost abwerrt an die meder, vfwert, vnd och jnwerrt gem dorff an stoffil fritschen erben gt, vswert an ain gt genannt der bûttil"
~1510 gaglzil (LUB I/4; S. 258): "ain halb mannmad wisen vnder ~ gelegen ... Stost gem berrg vnd vfwerrt dem land nch an der Herrschaft ... gem ryn werrt an das waid riet"
~1510 gagalzil (LUB I/4; S. 262): "mannmad vnder ~, vff dem mad gelegen"
~1510 gagalczil (LUB I/4; S. 295): "stucki acker jn ~ gelegen, stost gem berrg wert an der closter heren gt ..."
~1510 Jngagalzil (LUB I/4; S. 296): "stucki ~ gelegen ..."
1604 GagalZiel (U 61; fol. 10b): "... An einer Bündt in ~ gelegen stost gegen Dem Berg an Die Landt strass auffwert dem Landt nach an Theiss Bürckhlin gegen Dem Rein an Hannss Marxers Khünder guet, vnd abwerts ist es ein spitzbündt ..."
1604 GagalZiel (U 61; fol. 32a): "... Bündt in ~ Schaner Kürchspiel ..."
1613/17 GagaZhil (HALV HSK 7,28; HSK 7, S. 33): "Ain halb Manmad wissen vnder ~ ..."
1616 Gagalzil (SchäUrb 117; fol. 11b): "Aristoteles Düntel ... Bündt in ~, stosst gegen dem Berg an die Landtstrass, aufwerth dem Land nach an dess Messners gueth vnd an der Closter Herren von Veldtkirch ..."
1616 Gagalzel (SchäUrb 117; fol. 26a): "in ~"
1664 Gagelziel (PfAS Urb 1664; fol. 7v, Z 19): "Martin Frúmelt v(on) Schan zinset von einem trittel einer Eisenen khúe ab Einer Pünt in ~ [stost] gegen Berg ant Straß abwerts an Spiz Pünt ..."
1700 Gagazel (AS 2/1; fol. 63r, Z 12): "... baúmgarten in ~ genandt gelegen ..."
1706* Gagalzel (PfAS Urb 1706; fol. 83v, Z 4): "... ackher in ~ ... gegen dem Rhein an der Pfarreý zúe Schan Riedt Mad."
1719 Gagalsal (AS 2/4; fol. 49v, Z 29): "Ein ackher in ~ ..."
1721 Gagalsell (AS 2/4; fol. 161r, Z 8): "Ein stückhle in ..."
1721 Sagalzel (AS 2/4; fol. 152v, Z 24): "Einen ackher in ~ ..."
1725 Tzagallzi (AS 2/3; fol. 20v, Z 14): "... gút in ~ zú Schann gelegen ... gegen Rhein an Schanner Pfarr Pfrúnd Mad ..."
1726 Tzagaltz (AS 2/5; fol. 136r, Z 4): "1 Stückle in ~ ..."
1727 Dagalzel (AS 2/5; fol. 166v, Z 10): "1 Stückle obswachs in ~."
1729 Gratzel (AS 2/6; fol. 70r, Z 24): "... ain Stúckh im ~ gelegen."
1733 St. Galzel (AS 2/7; fol. 44r, Z 17): "... stúckh ackher in ~ genandt vnd gelegen ..."
1739 Gagalltzell Ackher (AS 2/7; fol. 244v, Z 17): "... aúf dem ~ stehet der der Capplaneý zúe Schaan alljährlichen 7 Kreuzer 2 Pfennig ..."
1766 Gagalzel (AS 2/9; fol. 15v, Z 22): "... heüwachs in ~ ..."
1770 Gagalzel (AS 2/9; fol. 75r, Z 4): "... heü- únd Streüe wachs in der Vorderen ~ ... gegen Rhein an die Allgemeind."
1779 Zagalzel (GAS 40/63; fol. 1r, Z 19): "... fest Heúgúth in ~ ... abwerts an das ... Pfarr Pfrúndt Gúth ... gegen Rhein an das Riet ..."
1780 Gagalzel (GAS U 135a-d; a, fol. 1a): "... Acker in ~ sambt Obswachs ..."
1780 Gagalzel (GAS U 152; fol. 1b): Zum Schaaner Hof Gamander gehört "... Acker in ~ ..."
1786 Zagolzell (GAS 44/143; fol. 1r, Z 26): "... Heüwax in ~ ... gegen Rhein an die Gärthen ..."
1803 Sagalsal (PfAS Rodel 1803; fol. 3v, Z 7): "Joseph Schierser aûf ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Älteres Belegstadium ist offenbar /gag̀alts¼l/ oder /gag̀altsil/. Erst 1721 erscheint erstmals das der heutigen Form entsprechende /sag̀alts¼l/. Der Anlautwechsel erinnert äusserlich an den Fall Gergasis Wartau, der (für denselben Ort) auch als Fergasis und Sergasis bekannt ist (Stricker 1981b, 161). Dort liess sich der dreifach variierende Anlaut erklären aus der wechselweisen Agglutination der deutschen Präposition gen, zu, uf. Entsprechendes könnte hier vermutet werden (etwa */g[en] ag̀alts¼l/ > */ts[e] ag̀alts¼l/); freilich erscheint hier der Anlaut auf /ga-/ bei den früheren Belegen (bis Anfang 18. Jh.) als so stabil, dass er wohl doch nichts mit einer deutschen Präposition zu tun hat und der Mechanismus des Präpositionswechsels vielmehr auf einer Fehlinterpretation beruht haben könnte. Damit werden die Umrisse des alten Namenkörpers also noch nicht zuverlässig erkennbar. Dieser scheint schon in der frühesten Belegform bedeutende Umgestaltungen erfahren zu haben, über deren Ursprung und Verlauf nur noch gemutmasst werden kann.

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Gagalzil. Ga < Ca 'Haus', galzil ist unklar.
Nipp 1911, 108: Sagalzel, Zagalzel [im s¼g̓altsl, s”g̓altsl, tsa-, ts”]. Wandel von g > ts, s könnte unter Einfluss des Artikels s stattgefunden haben; das Etymon ist unklar.
Ospelt 1911, 93: Sagalzel [im tsag̓altsl].
Nipp 1924, 103: Zigalzel.
Frick 1974b, 23: Im Zagalzel. Unsicher, ganz verschliffen.
Stricker 1976, 160: Sag̀alzel, †Egelgalzel.
Stricker 1981b, 163N Sagalzel.

Besprechung der Nennung
Ospelt verzeichnet noch echt mda. [w‰̜ski] 'Wespe'.

Deutung
Der (wohl romanische) Namenkörper bleibt undurchsichtig; er wirkt auch in der frühesten erkennbaren Phase noch entstellt. Das Aufeinanderfolgen von /lts-l/ könnte durch Assimilation bewirkt sein. Ging ihm älter etwa /nts-l/ voraus? Oder /lts-n/? Und das einleitende /ga-ga-/? Worauf könnte es zurückgehen? Zu raten scheint bei so vielen Unbekannten müssig. - Herkunft nicht bekannt.