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Retta  (Schaan)
1600 - 1900 m; 763,9 - 216,6 10-V

r̀“t½ (t ~ / —t ~ / —̠r- / fœd¼̠r-)
Steiler Hang auf der Alp Gritsch, über der Alp Valüna (Triesen), teils felsig.

Wertung der historischen Belege
Vgl. den Beleg bei Rettastein.

Bisherige Deutungen
Nipp 1911, 33: Retta [i dr r“̡ta]. Jaccard stellt La Ritte, Les Rittes zu dial. ritta 'ruelle'. Lautlich ist dies auch bei uns möglich, ebenso begrifflich, aber lexikalisch?
Ospelt 1911, 133: Retta [i d¼r r“ta], auch: [ir tr“ta].
Frick 1973, 28: Retta. Bezeichnung für den alten Alpweg von Valüna nach Gritsch; es war früher der einzige Weg nach Gritsch.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipps Ausblick in die frankoprovenzalischen Dialekte der Westschweiz muss hier als recht aussichtslos erscheinen; das anvisierte frankoprovenzalische ritta 'ruelle' lässt sich umso weniger in unseren Raum übertragen, als auch walserische Vermittlung nicht auszumachen ist.

Deutung
Der Name beruht wohl auf dem Verb alem. rˆ‹te( n) 'reiten', das weiter auch bedeutet 'rutschen (von Erdreich an felsigem Abhang, Steinbrüchen, nach und nach in Bewegung geraten, herunterrutschen'; Id. 6, 1677f.). Dazu bildeten sich Ritt m. 'Erdschlipf, Erdrutsch, bzw. die Stelle, wo ein solcher stattgefunden hat', und Ritt n. 'Bahn, Rinne, durch die man Holz (auch Heu) zu Tal befördert' (Id. 6, 1711). Siehe auch UNB 2, 1133 s. v. Riteren. Hierher wohl auch bair. Ritten f. 'sehr abhängige «Leite»' (also: 'sehr steiler Abhang'), das im Genus zu unserem fem. Namen Retta passen würde. Man vergleiche weiter, ebenfalls als Geländenamen, für Engelberg (in einer Abschrift des 15. Jh.) die Formulierung "... dur ritun uf ... " (Id. 6, 1717).

rite(n)