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Resch  (Schaan)
480 - 520 m; 757,6 - 225,9 4-M

r̂“̜s (~ / —t ~ / —̠r- / fœd¼̠r-)
Flach ansteigende Wiesen mit Häusern östlich oberhalb des Dorfes, oberhalb des Rossfelds.

Historische Belege
~1510 riesch (LUB I/4; S. 283): "stucki jn der ~ jm ross veld gelegen ..."
~1618* riesch (LUB I/4; S. 364): "Ein stückh in der ~ im rossfeldt ..."
1706* Resch (PfAS Urb 1706; fol. 107r, Z 7): "Meister Bartle Kaúffman zúe Schan ... gúet in der ~ genant ... gegen dem berg vnd gegen dem Rhein an St. Peters Pfrúend Gúeth ..."
1721 Räsch (AS 2/4; fol. 153r, Z 8): "... mägere im Büsch úndt eins in der ~ hatt der Sohn ..."
1726 Resch (AS 2/3; fol. 23v, Z 23): "... Mägere in der ~ ..."
1727 Resch (AS 2/5; fol. 166v, Z 28): "... Heú-wachs in der ~ ..."
1737 Resch (AS 2/7; fol. 123r, Z 25): "... ein Einfang Baúm únd Heú wax die ~ genandt an der Heim Gaß ..."
1763 Rösch (RA 44-10; fol. 1v, Z 9): "... die 1/2 ~ ..."
1766 Rösch (RA 46-2; fol. 1r, 1. Sp. Z 25): "... die grosse ~ ..."
1783 Reesch (AS 2/15; fol. I 58v, 4. Sp. Z 3): "1 Stuck Gúth den 4ten Theil die ~ genant ..."
1783 Reesch (AS 2/10; F 4, Z 19): "Ein Stúck Heüwachs in der ~ genannt ..."
1789 Rösch (RA 12/2/2/5; fol. 2r, Z 3): "Ein detto [Mägernen] die große ~."
1811 Resch (PfAS Rodel 1811; fol. 16, Z 14): "... auf der ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Die Belegformen zeigen beim Vokal etwelche Unterschiede, die allerdings wenig aussagen: Rösch (mit Vokalrundung) und Räsch sind schwerlich mehr als blosse Schreibungen; ~1510 riesch bleibt vereinzelt und ebenfalls unklar.

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Resch. Der Name Resch, Retsch, Rötsch kommt sehr oft vor, er scheint von lat. REGIO 'Gegend' zu kommen und die Grenze des Kulturgebietes zu bedeuten.
Ospelt 1911, 88: Resch, Rösch [i d¼r r̠“̜s].
Nipp 1911, 34: Resch, Rösch [i dr r̠“¹̜s]. Schneller denkt für ähnliche Tiroler Ortsnamen an mlat. RASEGA 'Brettersäge'.
Nipp 1924, 103, 106: Resch. Romanisch, enthält wahrscheinlich (ligur.) -ASCU.
Frick 1980: Resch. Sachlich ist 'Ackerland, begraster Ackerrain zwischen zwei Äckern' möglich.
Stricker 1981b, 379f.: Resch. Ganze Gruppe von Resch-Namen in Graubünden, Unterrätien, Vintschgau möglicherweise zu sutselv. resch f. 'Ackerrand', welches bislang ungeklärt und offenbar vorrömisch ist.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Büchels Ansatz ist unbrauchbar. Nipps Überlegungen gehen in verschiedene Richtungen. Rtr. resgia f. 'Säge' wäre lautlich nicht völlig undenkbar; ansonsten aber fehlen Hinweise oder sachliche Umstände, die eine solche Annahme stützen könnten. Ein Zusammenhang mit dem ligur. Suffix -ASCU ist kaum wahrscheinlich zu machen.

Deutung
Das im heutigen Rätoromanischen nur für Mittelbünden bezeugte Wort resch f. 'Ackerrand', unsicherer Herkunft, könnte einer Gruppe von Namen zugrundeliegen, die von verschiedenen Autoren verschieden und teils wenig überzeugend gedeutet wurden: Resch Wartau, †Reschenguet Wartau, Resch Schaan, Resch Triesen, Anaresch Balzers, Fresch Feldkirch (Weiler auf dem Hinterschellenberg, urkundlich 1403 auff Fraesch); dann eine Reihe von Resch-Namen in Mittelbünden, wie etwa urkundlich 1722 Risch la Reisga Flem, Reasch Trin, Reschs Prez, urkundlich 1512 Ayr Rösch Sched, usw.; ferner die (wohl gesondert zu bewertenden) Dorfnamen R̀eschen (dt. Reischen) Ziraun und Reschen, it. Resia, Cur`on (Vintschgau).

resch