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Ratitsch  (Schaan)
3-K/L

Unbekannt. Im Gebiet Riet1, beim Egelgraba.

Historische Belege
1482 Ratisch (SchäZ 13; fol. 11a): "... undt darzu ab seinem Gueth auff ~ under dem Egel graben"
1513 Rattitsch (U 5; Z 10ff.): "... ġuut vff ~ vnder dem ägilgraben gelegen ... "
1616 Raditsch (SchäUrb 117; fol. 19b): "... vnd darZue Ab seinem stuckh guet auf ~ Vnder dem Egelgraben ..."

Bisherige Deutungen
Plangg 1962, 55: Ratitsch. Deverbale Ableitung zu RUMPERE. RUPTU + ICIU > rtr. ruttitsch 'Neubruch'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Das Nebeneinander der Typen Quadra und Quader findet seine Erklärung nicht auf etymologischer Ebene im Wechsel zwischen einem lateinischen Mask. oder Fem., sondern ist, wie oben gezeigt, eine rein deutsche Entwicklung.

Deutung
Rtr. rutitsch m. 'Neubruch (neu aufgebrochener Acker)', abgeleitet vom rätoromanischen Partizip Perfekt rut 'gebrochen'. Derselbe Name findet sich in Iratetsch Vaduz, dort mit agglutinierter Präposition in und Senkung des Tonvokals // > /̀“/. Der Typ erscheint insgesamt recht häufig: so in Graubünden etwa als Ratitsch Scharans, Cazas, Seewis, Untervaz, Malix, Ratitschi Saas (neutr. mit wals. Diminutiv-i), Cartitsch Igis, Artitsch Says. Für Vorarlberg sind bezeugt: Raditsch Bürs (urkundlich auch Ratitsch), Raditsch Vandans (urkundlich Ratitsch), Iretitsch Schlins, urkundlich ~1500 Rutisch Frastanz, Titsch Blons (urkundlich 1514 Ratitsch). Hierher gehört aus dem St. Galler Rheintal weiter wohl auch (volksetymologisch abgelenktes) Herratisch Rüthi, ferner Ifertschell Grabs (hier in einer Doppelableitung artr. rutitschell m. 'kleiner Neubruch', verbunden mit der deutschen Präposition uf als */́uf r½t't̜s̀‰̡l/ aufgrund identischer Betonungsstruktur vermischt mit den in Grabs zahlreichen Fällen mit agglutinierter Präposition in).

rut