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Quader  (Schaan)
470 - 520 m; 757,3 - 225,5 4-M

̅kw̓¡d¼r (s ~ / —s ~ / —m ~ / fœm ~)
Mässig ansteigendes Gebiet südöstlich des Dorfes, mit Wiesen, Weingärten und Häusern. Vgl. auch †Schaaner Feld.

Historische Belege
1304 Quadra (LUB I/1; S. 173): "... vnum jugerum agri de ~ ..."
1482 Quadaren (SchäZ 13): "Herr Matheiss Wagner Pfarrer Zue Schan Zinsst ab ainem Weingarten Zue Schan In ~ ..."
1510 quader Veld (SchäU 27): "... Von Vsser Vnd ab Ainem acker In ~ In Schaner Kilchspell gelegen ..."
~1510 quader (LUB I/4; S. 258): "Johann von ~"
~1510 quader (LUB I/4; S. 263): "acker jn schaner veld jn ~ gelegen, Stost abwerrt gem rýn an Claus smids vswert gen schan an sant peters, vfwert dem landnach an die almain"
~1510 quader (LUB I/4; S. 265): "zoll wis, Stost ainhalb an ... tḣonis zu der andren sýten an vli von ~s ṡalgen erben ... vfwerrt an die almain"
~1510 quader (LUB I/4; S. 266): "acker vnna Jn ~ gelegen, Stost z rings vmm an ..."
~1510 quader (LUB I/4; S. 278): "... acker jn ~ gelegen, stossend herjn werrt an die bmgarten ... Herwert gem mûlbach an ..."
~1510 quader (LUB I/4; S. 279): "Me ainen acker vnd die bmgarrten In ~ an ain andern gelegen stossend gem mûlbach och an ... gem rýn werrt an Jos cnczis erben, âbwerrt dem landnach an sant peters ġuuter"
~1510 quaders (LUB I/4; S. 284): "meder, stossend vfwert dem landnach an der wisen fûrhpter, gem rýn werrt an Jocham von ~ gt, abwerrt dem landnach, an das mesners mad, gem berg wert an der Herrschaft gt"
~1510 quadren (LUB I/4; S. 285): "acker Jn ~ gelegen ..."
~1510 jnquader (LUB I/4; S. 290): "... ain stûckli obna ~ gelegen ... vfwerrt dem landnach an der Herrschaft gt, den Hasen acker, gem berg wert an pardellen"
~1510 quader (LUB I/4; S. 290): "stucki jn ~ gelegen, Stost vfwerrt dem landnach an die almain ... gem rýn werrt an der closterheren gt"
~1510 quader (LUB I/4; S. 306): "acker jn ~ gelegen genannt der grber ..."
~1510 quadrer veld (LUB I/4; S. 265): "acker zu schan Jn ~ gelegen ... vswerrt an die Haingassen"
1604 Quaderen (U 61; fol. 18a): "... weingarten, Zue Schan in ~ gelegen ..."
1604 Quaderen (U 61; fol. 25b): "... weingarten so Zor ein Ackher gewessen, in ~ Schaner Kürchspiel gelegen ..."
1611 Quader (PfAS U 6; Z 7-8): "... zinß ... von ußer und ab unßerem aignen Stuckh Weingarten Jn der ~ gelegen, stost ufwerdts dem Land nach an ... dem Rein an ... abwerdts ahn ... gegen dem berg an ... güeter ..."
1616 Quadern (SchäUrb 117; fol. 3a): "... Ackher in ~, gehört halb der Früemess pfruendt Vnd halb der Pfarr pfruendt zu Schan, Stosst an der Herrschafft gueth."
1616 Quadern (SchäUrb 117; fol. 12b): "In der ~"
~1618* quaderen (LUB I/4; S. 362): "Zween äckher in ~ an einander gelegen"
~1618* q̀uaderen (LUB I/4; S. 363): "ackher vndt die Baumgärten in ~"
~1618* quaderen (LUB I/4; S. 367): "ackher in ~ ... abwerts an die Haimbgass ..."
~1618* quadren (LUB I/4; S. 367): "ackher in ~ ..."
~1618* Quadererfeldt (LUB I/4; S. 374): "Ein ackher ~."
1638* Quader (PfAS U 10; S. 27, Z 6): "... Weingarten Im ~ gelegen, stost gegen Vaduz an ... gegen Schan an ..."
1650* Gewoder (PfAE KR 1650; S. 2, Z 8): "... Toma Meýer von Schan Ein acker in ~ ..."
2. Hälfte 17. Jh. quaderen (PfABe LB 1682; S. I 24, Z 5): "... von, ausser, und ab einem weýngarten in ~ ..."
1658 Q̀uader (AS 1/1; fol. 118r, Z 6): "... ackher in ~ gelegen ... gegen dem berg ahn dz Mühle Holz ..."
1664 Quader (PfAS Urb 1664; fol. 13r, Z 16): "... wingarth zú Schan Im ~ gelegen ..."
1666 Q̀uader (AS 2/1; fol. 27r, Z 13): "... ackher Im ~ ..."
1678 Q˚ader (AS 2/1; fol. 91r, Z 10): "... weingarten in der vndern ~ gelegen ..."
1692 Q̀uoder (AS 2/1; fol. 112r, Z 17): "... ackher in dem ~ oder Schanerfeld gelegen ..."
1693 Q̀uader (PfAS Urb 1693; I fol. 2r, Z 9): "... seines Schwehers Stophel Qúaderers weingarten im ~ gelegen ..."
1695 Q̀uader Ackher (PfAS Urb 1693; I fol. 6r, Z 21): "... dz capital aúf dem ~, so von Georg Negelin vnd ... herkombt ..."
1706* Q̀uader (PfAS Urb 1706; fol. 119r, Z 3): "Flori Wolff ... zúe Vadúz ... ackher in ~, stost aúfwerth an die Mühleholz theil ... gegen dem Mühlweeg vnd gegen dem Rhein auch an gnädiger Herrschafft gúeth ..."
1710 Q̀uader (PfAS Urb 1710; fol. 7r, Z 4): "... Weingarten in ~ gelegen, stost aúfwert an des S. Petri Pfrúendgúeth ..."
1710 Q̀uader (PfAS Urb 1710; fol. 10r, Z 4): "... ackher in ~ genant gelegen ... abwert dem Landt nach an den Schaner Heimweg oder an den Ganßer ..."
1720 Q̀uaderer (AS 2/3; fol. 96r, Z 15): "... Georg Walßer von Vadútz ... Ackher im ~ gelegen, stost aúfwehrts ... an Haßen Ackher ..."
1726 Qwader (RA 46-1; fol. 1r, Z 17): "Der ~ Ackher ..."
~1750 Quader Feldt (RA 143-1750; S. 27, Z 2): "~, ein Stück Acker alda ..."
1763 Q̀uader (GAS 40/106; fol. 1r, Z 8): "... Weingarten in ~ ... bergwerts an den Katzenranckh ..."
1765 Q̀uader (AS 2/8; fol. 241r, Z 1): "... ackher im ~ ..."
1780 Q̀uoderer (GAS U 135a-d; a, fol. 1b): "... fünf Aecker im ~ ..."
1780 Quoderer (GAS U 152; fol. 1b): Zum Schaaner Meierhof Gamander gehören "... fünf Aeker in ~ ..."
1803 Qûoder (PfAS Rodel 1803; fol. 2v, Z 7): "Joseph Jöhle Obergass aûf ~ ..."
1803 Quader acker (PfAS Rodel 1803; fol. 2r, Z 26): "Von dem ~ ..."
1811 Quoder (PfAS Rodel 1811; fol. 4r, Z 4): "... aûf ~ beým Mühle Weg ..."
1811 Qûoder (PfAS Rodel 1811; fol. 5r, Z 8): "Joseph Wenaweser aûf ~ beý Kazerang ..."

Wertung der historischen Belege
Die Belegreihe macht wahrscheinlich, dass von ursprünglichem Quadra auszugehen ist. Im Alemannischen erfolgte Vokaleinschub zwischen /d-r/ (> Quadera); man vergleiche Beleg 1482 Quadaren. Weiter haben zahlreiche romanische Namen ihr auslautendes -a nach dem Sprachwechsel eingebüsst (vgl. Camenisch 1962, 146). Daraus konnte die heutige Form Quader entstehen, die offenbar als neutr. Form aufgefasst wurde (vgl. 1664 "Im Quader"; jedoch 1678 "in der vndern Quader"). Wo das -a stehenblieb, vermischte es sich im Bewusstsein der alemannisierten Bevölkerung mit dem deutschen Auslaut -e( n), was die Bewertung als deutsches Fem. (1616 "In der Quadern") stabilisierte. Schliesslich hat sich hier aber das neutrale Genus ("das Quader") durchgesetzt. Der Belegtyp "in Quaderer" geht auf eine deutsche Adjektivbildung auf -er zurück; es handelt sich um Kurzform etwa zu *Quaderer Acker.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 86, 94: Quader [im kw̠¡d¼r] und [im ̜s̠an¼r f‰ld].
Nipp 1911, 33: Quader [im kw̠¡dr]. QUADRUM.
Tiefenthaler 1968, 180: [Quadra]. Aus lat. QUADRUS (Adj.) bzw. QUADRUM (Subst.), rtr. quader 'viereckig, Viereck'.
Frick 1974b, 27: Quaderstrasse. Rtr. quader 'viereckig'.
Stricker 1974, 214ff. Quader. Lat. QUADRUS 'viereckig' bzw. QUADRUM 'Viereck', rtr. quader. Kommt gewöhnlich in einer alten Gemeinde nur einmal vor und bezeichnet fruchtbare Fluren der besten Wirtschaftslage.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Das Nebeneinander der Typen Quadra und Quader findet seine Erklärung nicht auf etymologischer Ebene im Wechsel zwischen einem lateinischen Mask. oder Fem., sondern ist, wie oben gezeigt, eine rein deutsche Entwicklung.

Deutung
Rtr. quadra f. 'Ackerflur'. Als Name ist der Worttyp in dichter Streuung über das gesamte alträtoromanische Gebiet verbreitet, kommt aber gewöhnlich in einer alten Gemeinde nur einmal vor. Er bezeichnet fruchtbare Fluren an bester Wirtschaftslage. Der Tonvokal ist nach der Verdeutschung normal verdumpft worden, entsprechend etwa Strasse > /̜str̠¡¹s/.

quadra