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Malarsch  (Schaan)
448 m; 756,7 - 226,5 3-L

mal̓ar̜s (~ / —s ~ / —̂m- / ¥s¼̂m-)
Häuser mit Wiesen und Äckern und Strasse nordwestlich des Dorfes, zwischen Tröxlegass und Zollstrasse. Der Strassenname wird offiziell mit Präposition (Im Malarsch) verwendet.

Historische Belege
1482 Malars (SchäZ 13; fol. 10b): "... Ab seinem Stuckh guet in ~ stost gegen Rhein ..."
~1510 malars (LUB I/4; S. 270): "stûcki jn ~ gelegen ..."
~1510 malars (LUB I/4; S. 291): "Me ain stucki jn ~ gelegen ..."
~1510 malars (LUB I/4; S. 294): "stucki jn ~ gelegen ..."
1604 Malars (U 61; fol. 17a): "... ab einem Stuckh guet im Vnderen Bofel in ~ Zue Schan gelegen ..."
1616 mallars (SchäUrb 117; fol. 19a): "... vnd darZue Ab seinem stuckh guet Zu ~, stosst gegen dem Rein vnd aufwerts an der Herrschafft gueth, Abwerth an dass Mesner gueth. ..."
1665 Malars (AS 2/1; fol. 21r, Z 6): "... ackher Jn ~ gelegen ..."
1693 Malars (PfAS Urb 1693; I fol. 5r, Z 9): "... ain acker im ~ gelegen ..."
1706* Malars (PfAS Urb 1706; fol. 44r, Z 5): "... Ackher in ~ in Poffel gelegen ..."
1720 Malars (AS 2/4; fol. 79v, Z 22): "... Ein äckherle im ~ oder Poffel ..."
1724 Malars (U 27; Z 4f.): "...: Ein Stûkh Ackher, im ~ gelegen: stoset gegen Rhein an Adam Maýr: abwerths dem Landt nach an Alexander frückh: berghalb an Joseph Hülti, vnd Joseph Antonj Kaufmann: aufwerthss an Hanss Rügen, wie auch an das Herrschafft Guet."
1738 Mallarß (AS 2/7; fol. 200v, Z 3): "... Mägere sambt dem ackher in ~ ..."
1738 Malarsch (PfAS Urb 1693; fol. 1v, Z 1): "... ackher in ~ ... abwerts an die Heimbgass ..."
1763 Malarsch (RA 44-10; fol. 1r, Z 32): "... 1 stúckh ackher in ~."
1780 Mallarsch (GAS U 135a-d; a, fol. 1a): "... item dem darzúgehörigen Acker in ~ ..."
1780 Malarsch (GAS U 152; fol. 1a): "... Item dem darzúgehörigen Acker in ~ ..."
1784 Malarsch (PfATb Urb 1784; fol. 227r, Z 9): "... Stúck Acker in ~ ..."
1811 Malarsch (PfAS Rodel 1811; fol. 7r, Z 11): "... acker in der Strûben Gaß oder ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Die Formen gestatten keine weiteren Einblicke, ausser dem Umstand, dass der Nexus /-r̜s/ auf älterem /-rs/ beruhen wird (der Übergang ist alem.; vgl. SDS 2, 145f.; Stricker 1974, 286).

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Malars. 'Apfelbaum'.
Nipp 1911, 80: Malarsch [i m¼l̓ar¹̜s]. Wohl AD MALARIOS oder AD MILIARIOS (AGROS) 'Hirse'; -ARIU wäre nach dem Fall des nachtonigen -u zu -er geworden. -ARIUS > -aris > ar̜s; hier ist das Plural-s noch erhalten. Ars kann auch zu ARDERE gehören (so öfters in GR); rs > -r̜s ist wohl in deutschem Mund vor sich gegangen. Möglich wären auch MOLARIUS, MELLARIUM, MILARIUS, MILLARIUM.
Ospelt 1911, 72: Mal( l) arsch [im m¼l̠ar̜s].
Nipp 1924, 103: Malarsch.
Frick 1974b, 20: Im Malarsch. Zu gr. MALUN 'Apfel' [sic]; also 'Apfelbäume, Obstgarten'.

Wertung der Nennung
Ospelt führt den Namen noch als Plural an.

Deutung
Rtr. maĺer m., artr. *malair m. 'Apfelbaum', in der Mehrzahl maĺers (älter *malairs). Der Übergang von /-rs/ zu /-r̜s/ ist im Alemannischen normal. Die Entwicklung des heutigen Tonvokals scheint von artr. /-airs/ auszugehen und dann der in Schaan auftretenden Behandlung von mhd. ei gefolgt zu sein: neben dem für die Oberländer Talmundart üblichen /ªŠ/) erscheint hier auch /ª/, vgl. mda. /kŝat/ 'gesagt' < mhd. geseit. Der Namentyp ist weit verbreitet: urkundlich 1681 Maleyr Fideris, Malär Schiers, Haldenstein, Malix, urkundlich 1451 Malayr Chur, Malarsch Schiers; Malär Valens, urkundlich Malair Mels, Malär Wartau; Malarsch Bludenz, Innerbraz, St. Gallenkirch, Malär Schruns, Malärsch Bartholomäberg, Malära Thüringerberg, Malera St. Gerold.

malèr