Alle Gemeinden Balzers Triesen Triesenberg Vaduz Schaan Planken
Eschen Mauren Gamprin Schellenberg Ruggell  
Namensuche      Liste
Fanola  (Schaan)
600 - 860 m; 759,2 - 226,8 6-L

f¼n̓œl½ (p- / ¥̡f- / ¥̡f- / ~)
Steiler, bewaldeter Geländerücken östlich oberhalb des Dorfes, westlich unterhalb von Efiplanka, östlich oberhalb der Hötta2, zwischen Tschagälres und Efiplankatobel.

Historische Belege
1626 Vanollen (RA 10/2/8/3/5; fol. 2r, Z 2): "Dem Adam Negele zú Schan erlopt 5 Stúmpen in Velblanckh gegen ~ wert hawen."
1663 Finola (AS 1/1; fol. 209r, Z 20): "... zúm andern sollen die walckhische Erben von haúß vnd hoff vnd dem gúeth ~ ganz aúßgeschlossen sein ..."
1721 Vanola (AS 2/4; fol. 167v, Z 13): "Vndt die ~ per 12 Gulden."
1776 fanolen wiss (GAS U 143; 26/2, fol. 1a): "... ~ ..."
1797 Fanohlen Wald (RA 32/1/75; fol. 4v, Z 29-30): "... die Salf Eg únd der ~ hinder únd vor dem Schägel Tobel im Büchel."
1797 Fanohlenbüchel Wald (RA 32/1/75; fol. 9r, Z 5-6): "... die Salfeg únd der ~ hinder únd vor dem Schägel Tobel im Büchel."
1798 Fanohlen Wald (SchäU 222; fol. 1b): "Der ~ hinder und vor dem Riess oder Schägel Tobel bis hinauf von der Line im Neügrüth".
1801 Vanola (GAP StB 1801; S. 18, Z 24): "1 Stúckh ~"

Wertung der historischen Belege
Die Belege geben zur Hauptsache eine Form /faǹola/ wieder. Die Endung -en ist deutsche Zutat; dasselbe gilt für die Hebung von reduziertem Vortonvokal /-½-/ > /-i-/ (falls nicht ursprüngliches /-i-/ vorliegt).

Bisherige Deutungen
Nipp 1911, 77: Fanola [uf f¼n̓œla]. Vielleicht zu VINEOLA 'Wingertle'. [Sachliche Bedenken Nipps wegen Standort].
Ospelt 1911, 36: Fanolen, Fanolta [fan̠œla].
Nipp 1924, 103: Fanola. Romanisch.
Stricker 1981b, 46: Fanola. Lat. VINEA + -̄OLA.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Die Verknüpfungsversuche mit vigna f. 'Weinberg' sind angesichts des Realbefundes abzulehnen.

Deutung
a) Die markante Lage des bewaldeten Geländerückens bei Efiplankatobel, Tschagälres und Kriesbomres würde ein artr. */val̀ol½/ f. 'Tälchen' (Ableitung zu val 'Tal') mit Bezug wohl auf das Efiplankatobel sehr plausibel machen, gleich wie sich das Alptal von Valüna Triesen zu artr. valüglia f. /val̊uº½/ 'Tälchen' stellen lässt. Zwar bringen die Belege nur /vanola/; ein Übergang aus /valola/ liesse sich aber als Assimilationsvorgang leicht erklären). Gegen den Ansatz spricht freilich, dass ein Typ */valola/ in ganz Graubünden zu fehlen scheint.
b) Der vereinzelte Name Fanolas Alvagni wird von RN 2, 139 zögernd mit rtr. fein m. 'Heu' verknüpft. Semasiologisch freilich erscheint in diesem Zusammenhang eine Verknüpfung mit dem Diminutivsuffix -̄OLA nicht einsichtig. Es wird daher auch bei uns wenig Aussichten haben.

val
fein