Alle Gemeinden Balzers Triesen Triesenberg Vaduz Schaan Planken
Eschen Mauren Gamprin Schellenberg Ruggell  
Namensuche      Liste
Fanal  (Schaan)
460 m; 757,42 - 226,33 4-L

f½n̓al (s ~ / —s ~ / —m ~ / fœm ~)
Flach ansteigendes Wiesland mit Häusern nordöstlich des Dorfes, westlich von Bartledura.

Historische Belege
~1510 vannail (LUB I/4; S. 282): "acker z ~ vnd ist an zwaý tailt, vnd stost Lencz fritschen tail, z zwaýen sýten an ... gt, gem rýn wert an die Landtstrss vfwert an ..."
1727 Vanahl (AS 2/3; fol. 76v, Z 13): "... wegen des Gúeths ~ haben sich die übrige Intereßierte beschwert ..."
1805 Fanal (RA 22/5/64; fol. 1r, Z 4): "... daß sie ... das Gestraúch ob der [(gestrichen) Sax Gaße (ob der Zeile) ~] hinweg geraúmt haben sollen ..."

Wertung der historischen Belege
Die älteste Belegform, ~1510 vannail, scheint ein palatales Element zu enthalten und kann damit auf ein rtr. */vaǹŠl/, aber auch auf ein */va̀al/ hinweisen.

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Vannail, Vanal. VANNUS 'Wanne, Mulde'; vannail 'Vertiefung'.
Ospelt 1911, 36: Fanal, Vanal [fan̓al].
Nipp 1911, 95: Vanal, Fanal [i f¼n̓al]. Wohl VINEALIUM, ein VINEALE hätte [fan̓¡l] ergeben. Möglicherweise aber auch Kurzform von RUFINALIUM.
Nipp 1924, 103: Fanal.
Frick 1974b, 13f.: Fanal.
Stricker 1981b, 42: Fanal. Lat. *VINEALE 'Weinberg'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Zweifellos stehen zur Deutung des «Stammes» /van-/ bzw. /fan-/ mehrere Möglichkeiten offen. Lat. VANNUS 'Futterschwinge' (REW 9144; RN 2, 361f.), rtr. von m. 'Kornschwinge' (so Büchel 1906) steht dabei wohl nicht im Vordergrund. Schon Nipp bringt weitere mögliche und wohl wahrscheinlichere Vorschläge. Dabei ist sein Einwand, die Endung -ALE, rtr. -̀al, müsste /-¡l/ ergeben, sei also auszuschliessen, freilich nicht zwingend: gewiss wurde ihr Vokal sekundär nach der Verdeutschung vielfach zu /-¡/ verdumpft (entsprechend etwa /prada/ > /pr¡d/); in verschiedenen spät germanisierten Zonen (so etwa Wartau) ist indessen das reine -a- erhalten und damit auch hier in Einzelfällen durchaus nicht ausgeschlossen; der Umweg über ein -ALIU scheint also vermeidbar. - Grundsätzlich sind beide Vorschläge Nipps annehmbar; namentlich seine "Kurzform von RUFINALIUM" bleibt aber (angesichts des sehr flach ansteigenden Geländes) sachlich fraglich. Sprachlich lässt sich ein artr. *roviǹal sowohl zu vorröm. *ROVA 'Erdschlipf' + -IN-ALE als auch zu lat. RUINA 'EINSTURZ' + -ALE stellen; RN 2, 292 bringt zu letzterem die toponymischen Reflexe Ruinal Pignia, Rüfinal Molinis, urkundlich 1399 Rafinals Jenaz.

Deutung
a) Artr. aveǹal m. 'Haferacker' ist sprachlich problemlos: der anlautende vortonige Vokal konnte schon vor der Verdeutschung leicht fallen (vgl. entsprechend auch in rtr. vanzar 'übrigbleiben' < vlat. *ABANTIARE oder in rtr. schierv 'herb' < AC̄ERBU 'bitter, herb'). Sachlich sind auch keine Einwände sichtbar; im ältesten Beleg ist der Ort jedenfalls als Ackerland ausgewiesen. Gleicher Herkunft können sein Fanal Fläsch, urkundlich 1552 Vanal Maienfeld, evtl. auch Vanal Bludesch (urkundlich 1472 Finals, 1551 Vanal), Vanals Bartholomäberg. - Lautlich nicht von aveǹal 'Haferacker' zu trennen (durch Verlust der Anlautsilbe) und daher hier ebenfalls in Betracht zu ziehen wären freilich die Reflexe von lat. *LUPINALE '(Sau-)Bohnenacker', artr. *(l) aviǹal, sowie von lat. *NAPINALE 'Rübenfeld', artr. *(n) aviǹal.
b) Artr. *vigǹal m. 'Weinberg', Ableitung von rtr. vigna f. 'Weinberg' ist lautlich ebenso annehmbar; allerdings scheint der Raum Fanal mit seiner nordwestlichen Exposition auch für früheren Rebbau nur wenig in Frage zu kommen, im Unterschied zu dem weiter südlich gelegenen, gegen Westen ausgerichteten Raum Quader-Bardella.

avenal
lavinal
navinal
vigna