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Petschmartiel  (Triesen)


Unbekannt. Nicht lokalisierbar.

Historische Belege
1429 petsch Mortiel (SchäU 7; fol. 2a): "... Item Zweãy Mitmel ackhers Zu ~, stossen Vornen an Schalgetten Vndt seines Brueders ackher, hinden an Hansen Teschers ackher, Vnden an Haintzen spiegels ackher, Vndt oben an Haintzen Hiler Kündt ackher."
1429 petsch matiel (SchäU 7; fol. 2a, Randvermerk von anderer Hand)
1610 peschmortiel (SchäU 85-112; 112, fol. 2a): "Zwei mitmel ~."

Wertung der historischen Belege
Die älteren Formen (15. Jh.) geben ein /pet̜s m½( r) t¼l/ wieder; das jüngere pesch- ist wohl infolge Abgangs des Namens bereits verschrieben. Entsprechend zu beurteilen ist wohl sicher eine in Nipp 1911, 34 weiter erwähnte urk. Form Resch mortiel, die ihn veranlasst, eine Verbindung mit dem Namentyp Resch herzustellen. Davon kann freilich kaum die Rede sein. Am wahrscheinlichsten ist es jedenfalls, vom ältesten Belegstadium auszugehen; allerdings könnte durchaus auch in dem uns vorliegenden primären Stadium bereits das Ergebnis von Entstellung durch unkundiges Abschreiben vermutet werden. Es kann daher nur gemutmasst werden. Möglicherweise (aber auch nicht sicher) deutet die getrennte Schreibung auf ein zweigliedriges rätoromanisches Syntagma (einen zusammengesetzten Namen) hin. Ob das -r- im Zweitglied etymologisch berechtigt ist, steht ebenfalls nicht fest; es könnte sich leicht um einen sekundären Einschub handeln (vgl. die Form mit -matiel).

Bisherige Deutung
Nipp 1911, 34: Resch mortiel. Gehört zu Resch.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipps Vermutung, nicht PRATUM, sondern PETRA liege vor, stützt sich auf den vorherrschenden konsonantischen Nexus /-dr-/. In der Tat wäre bei einem diminutivischen Typ artr. *pradella 'kleine Wiese' das gewöhnliche Ergebnis (nach der Verdeutschung) */pardella/ (etc.). Die zwei ältesten Belegformen (auf prad-) können wegen ihrer eigenen Zuweisungsproblematik hier nichts beweisen. Umgekehrt muss einer -̄ELLA-Ableitung zu P̄ETRA (artr. */pedrella/) entgegengehalten werden, dass eine solche, soweit wir sehen, in der churrätischen Namenwelt nicht erscheint; insbesondere fehlt sie ganz in Graubünden (RN 2, 239). Das lässt den Ansatz auch bei uns als recht fraglich erscheinen. Interessant ist hingegen die Bemerkung von Büchel 1980, 27, die auf eine mögliche Berührung unseres Namens mit dem ebenfalls für das Triesner Feld bezeugten Namen †Quadrella hinweist.

Deutung
a) Der erste Namenteil Petsch könnte Rumpfform zu rtr. campatsch m. '«leides» Feld' (nach der Verdeutschung *Gapetsch) sein (evtl. mit Auffassung von Ga- als Ortspräposition ge( n): *ge( n) Petsch). Ob allenfalls auch rtr. petsch m. (Eb) 'Rottanne' in Frage käme, bleibt schon aufgrund seiner Verbreitung in Graubünden (heute beschränkt auf Unterengadin und Italienischbünden) fraglich. - Für das zweite Namenglied ist zunächst die von Nipp erwogene Verbindung mit lat. MORTUUS 'tot' abzuweisen: ein *mortiel kennt das Rätoromanische nicht. Ohnehin wird eher von einem /m½t¼l/ auszugehen sein. Dies könnte Verkleinerung zu rtr. muot m. 'Hügel, Anhöhe, Bergkuppe' (artr. */motiel/) sein; die Ableitung erscheint (in fem. Variante) etwa als Matälla Avers. Solche Erwägungen stehen und fallen allerdings mit der Zuverlässigkeit der überlieferten Formen, und dort bleibt allzu vieles offen.
b) Ob im Namen allenfalls der Vorname Peter vorkommen könnte, bleibt sehr fraglich; immerhin würde die Distanzform Petsch scheinbar passen. Was aber wäre dann -martiel?

camp
petsch
Peter
muot